Nora Stärz (Fraktionsvorsitzende)
Mitglied im Hauptausschuss, im Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Sport und im Jugendhilfeausschuss.
Über mich
Ich bin Ende der 80er als Kind von Arbeiter*innen im Südwesten Deutschlands geboren und aufgewachsen. Schon früh zog es mich an verschiedene Orte in Deutschland, sodass ich unterschiedliche soziale und wirtschaftliche Lebensrealitäten kennenlernen konnte. Meine beruflichen Stationen führten mich durch das Gesundheitswesen, die Krankenpflege sowie den Theater- und Kreativbereich, bevor ich schließlich in der Sozialen Arbeit und im Bildungswesen tätig wurde. Diese Erfahrungen haben mein Bewusstsein für soziale Ungleichheit geschärft und mir gezeigt, wie wichtig es ist, diese Kämpfe sichtbar zu machen. Meine Familie war bereits Anfang der 60er Jahre sozialistisch, gewerkschaftlich und antifaschistisch aktiv. Besonders der Bund der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) - prägte meine politische Haltung bis heute. Diese Verwurzelung in den Kämpfen der Arbeiter*innenbewegung und der antifaschistischen Tradition hat mir bereits als Kind vermittelt, wie wichtig es ist, sich konsequent an die Seite der Unterdrückten zu stellen.
Politische Laufbahn
Schon früh habe ich mich daher aktivistisch vernetzt - in feministischen und bundesweiten Organisationen - und später meinen Platz in der Linkspartei gefunden. Nach der Parteispaltung sehe ich es als zentrale Aufgabe, innerparteilich für eine klare feministische und bewegungsorientierte Linie zu kämpfen. Für mich ist es elementar, dass die Partei konsequent die Interessen der Unterdrückten vertritt und nicht Teil eines Systems der Ausbeutung wird. Trotz aller Kritik bleibt eine parlamentarische linke Opposition gerade jetzt bundesweit und im Bezirk Hamburg-Mitte wichtiger denn je.
Der strukturelle Rechtsruck und neoliberale Ansätze zeigen sich in meinem Wahlbezirk und besonders im Stadtteil Hamburg-St. Georg, wo soziale Verdrängung, Repression und politischer Opportunismus sichtbar werden. Deshalb sind dieser Stadtteil und der Bezirk für mich nicht nur ein zentraler Ort politischer Arbeit, sondern auch ein Zuhause. Stadtteilarbeit, Vernetzung und gelebte Solidarität bilden für mich das Herz linker Politik. Heute bin ich Co-Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion Hamburg-Mitte und eng mit den Menschen, Initiativen und Kämpfen vor Ort verbunden.
Bezirk Hamburg-Mitte
Viele Bereiche in Hamburg-Mitte gelten als „Brennpunkte“. Für mich sind sie ein deutliches Abbild kapitalistischer Symbol-Politik und fehlender sozialer Investitionen. In einer Stadt, in der Milliarden für Prestigeprojekte bereitstehen, ist es ein sozialpolitischer Bankrott, wenn gleichzeitig Millionen in Überwachung und Repression fließen. Bettelnde sowie wohnungs- und obdachlose Menschen mit Ordnungsgeldern zu bestrafen, zeigt deutlich die Prioritäten der Koalition. Verdrängung wird bewusst in Kauf genommen, um Stadtteile unter dem Vorwand von „Sicherheit“ für wirtschaftliche Interessen aufzuwerten.
Ziele und Überzeugungen
Als Co-Fraktionsvorsitzende, sozialpolitische Sprecherin und Co-Sprecherin der LAG Feminismus im Landesverband Hamburg ist feministische Politik für mich eine grundlegende Haltung, die mein Handeln prägt. Ich denke Politik intersektional, weil verschiedene Formen von Diskriminierung und Unterdrückung eng miteinander verflochten sind und sich gegenseitig verstärken. Gelebte Solidarität bedeutet für mich, Kämpfe auf allen Ebenen zu verbinden: auf der Straße, in den Initiativen, im Bezirk, in Ausschüssen und auf Landesebene. Mein Einsatz gilt Kindern und Jugendlichen, Menschen in prekären Lebenssituationen und allen, die systematisch benachteiligt werden. Diese Verbindung und eine klare politische Stimme bilden den Kern meines Engagements.

