Spatenstich bei den alten Esso-Häusern: Sie nennen es „Kiezkante“ – wir nennen es Mogelpackung

Heute, am 30. April 2026, fand der offizielle Spatenstich für das Neubauprojekt auf dem Areal der ehemaligen Esso-Häuser statt. Die Stadt Hamburg, Quantum, SAGA und der Bezirk Hamburg-Mitte betonten in ihren Statements die angebliche Kiezverbundenheit des Vorhabens. Bei genauerer Betrachtung ist davon jedoch nicht viel zu sehen.

Über Jahre hinweg wurde das Areal als Beispiel für eine neue Form der Stadtentwicklung präsentiert. Doch zentrale Elemente dieses Prozesses wurden im Laufe der Zeit stillschweigend aufgegeben. So entstehen zwar ausschließlich geförderte Wohnungen, jedoch je nach Förderweg zu Mieten zwischen 8 und 13 Euro pro Quadratmeter. Die Hälfte der 169 Wohnungen soll im teuersten Fördersegment entstehen. Hinzu kommt eine nahezu Verdopplung der Hotelzimmer von 180 auf 350 Zimmer.

Dazu Antonia Ivankovic, Mitglied der Fraktion die Linke in Hamburg-Mitte: „Was heute als großer Erfolg verkauft wird, hat mit den ursprünglichen Versprechen nur noch wenig zu tun. Die viel gelobte Bürgerbeteiligung, der St. Pauli Code, die gemeinsam entwickelten Leitlinien – all das ist längst vom Tisch. Und während die Anzahl der Hotelzimmer steigt, bleibt die Zahl der Wohnungen begrenzt. Das verschiebt die Balance des Projekts deutlich und das nicht zugunsten der Nachbarschaft.“

Auch der heutige Spatenstich wirft Fragen auf. Zwar waren Medien eingeladen, doch offenbar gab es eine Gästeliste, und Anwohner*innen aus dem direkten Umfeld waren nicht erwünscht.

Dazu Antonia Ivankovic weiter: „Wer vom Kiez spricht, muss ihn auch ernst nehmen. Dazu gehört, die Menschen aus St. Pauli einzubeziehen – und zwar nicht nur in Reden und Pressestatements, sondern in der Realität.“

Die Fraktion Die Linke in Hamburg-Mitte fordert die Projektbeteiligten auf, offen zu benennen, warum zentrale Elemente der Beteiligung aufgegeben wurden und welche Rolle die Nachbarschaft künftig noch spielen wird.

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