Anlässlich des Hitzeaktionstags am 11.06.2026: Gesundheitliche Risiken durch Hitze sind eine soziale Frage
Am heutigen 11. Juni findet der bundesweite Hitzeaktionstag statt. Er macht auf die gesundheitlichen Risiken aufmerksam, die durch zunehmende Hitzewellen entstehen, und richtet den Fokus besonders auf vulnerable Gruppen wie, alte, kranke sowie wohnungs- und obdachlose Menschen, die im Alltag oft keinen ausreichenden Schutz vor extremen Temperaturen haben.
Nora Stärz, Co-Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion Hamburg-Mitte: „Hitzeschutz funktioniert nur, wenn er im Alltag auch für alle Menschen wirklich durchgesetzt wird. Wer auf der Straße lebt, braucht zwingend Zugang zu Trinkwasser, Toiletten, Schatten und kühlen Aufenthaltsorten. In der Realität wird dieser Zugang jedoch systematisch erschwert – durch zu wenig soziale Infrastruktur und durch Verdrängung aus dem öffentlichen Raum. Das ist nicht nur ein Versagen der Sozialpolitik, sondern kann bei Extremhitze konkret lebensgefährlich werden.“
Gleichzeitig werden wohnungs- und obdachlose Menschen immer wieder aus Parks, Grünanlagen und überdachten Aufenthaltsorten verdrängt. Damit werden ihnen genau die Orte entzogen, die in Hitzesituationen überlebenswichtig sein können.
Olga Fritzsche, Fachsprecherin für Soziales der Linken Bürgerschaftsfraktion ergänzt: „Hitze ist längst keine Frage des persönlichen Verhaltens mehr, sondern eine soziale Frage. Wer in einer schlecht gedämmten Wohnung lebt, keinen Balkon hat, sich keine Kühlung leisten kann oder sogar obdachlos ist, trägt die größten Gesundheitsrisiken. Deshalb braucht wirksamer Hitzeschutz mehr als Trinkbrunnen und Schattenplätze: Er braucht bezahlbaren Wohnraum, soziale Infrastruktur und eine Politik, die die Bedürfnisse derjenigen in den Mittelpunkt stellt, die sich am wenigsten vor den Folgen der Klimakrise schützen können."
Niemand sollte im Sommer Angst davor haben müssen, krank zu werden oder zu sterben, weil es keinen Schattenplatz, kein Wasser oder kein sicheres Zuhause gibt. Wie gut eine Stadt auf Hitzewellen vorbereitet ist, zeigt sich daran, wie sie mit den Menschen umgeht, die am wenigsten geschützt sind. Hier hat Hamburg noch viel zu tun.
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