Zum Hauptinhalt springen

Semra-Ertan-Platz: Ein längst überfälliger Schritt

Rund 43 Jahre, nachdem die Schriftstellerin Semra Ertan sich in Hamburg wegen wachsendem Rassismus selbst verbrannt hat, soll St. Pauli nun einen Ort des Gedenkens bekommen. Die Bezirksversammlung hatte am 13.02.2025 mehrheitlich für die Umbenennung des Platzes zwischen Detlev-Bremer-Straße und Clemens-Schultz-Straße in Semra-Ertan-Platz gestimmt.

Dazu Theresa Jakob, Fraktionsmitglied und aus dem Stadtteil gewählte Abgeordnete der Linken in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte: "Als Linksfraktion freuen wir uns, dass sich die Beharrlichkeit der Semra-Ertan-Initiative ausgezahlt hat und sie erfolgreich erwirken konnte, dass das poetische und politische Wirken von Semra Ertan nun auch auf St. Pauli sichtbar wird. Ihr Leidensweg und ihr Opfer sind von ungebrochener Aktualität."

Die langjährige Forderung nach der offiziellen Benennung eines Platzes nach Semra Ertan hat endlich eine Mehrheit gefunden. Als Linksfraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte haben wir stets für die Umbenennung gestimmt und sehen die nun erfolgte Zustimmung als längst überfälligen Schritt. Wir zeigen uns solidarisch mit dem politischen Symbol Semra Ertans, ihrem Aufruf gegen Rassismus und rechte Gewalt sowie mit der Stiftung, die ihr Erbe bewahrt.

"Endlich hat Semra Ertan ihren Platz!", ergänzte Nora Stärz, Co-Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion Hamburg-Mitte. "Die Initiative hatte das Straßenschild bereits symbolisch angebracht, und nun setzen wir ein wichtiges Zeichen für alle Verfolgten von Rassismus und gegen das Erstarken rechter Strukturen in unserer Gesellschaft."

So sehr sich die Linke freut, dass dieser Schritt endlich gelungen ist, so sehr bedauern wir aber auch, dass es so viele Jahre gedauert hat. Begründungen für die Ablehnung in den letzten Jahren, wie die angebliche Gefahr von Nachahmungstaten halten wir für entwürdigend gegenüber der Bedeutung Semra Ertans für die Stadt Hamburg und für einen Affront gegenüber migrantischen und rassifizierten Communities.

Semra Ertan steht für mehrere Generationen migrantischer Menschen und Arbeiter*innen, die für ein solidarisches Miteinander kämpfen. Ihre literarischen Werke, insbesondere der 2020 veröffentlichte Gedichtband "Mein Name ist Ausländer | Benim Adım Yabancı", haben vielfache Anerkennung gefunden. Ihre Worte sind ein Ausdruck von Widerstand und Hoffnung zugleich.

Nora Stärz abschließend: "Unser Engagement für eine antirassistische Erinnerungskultur geht weiter. Wir als Linksfraktion Hamburg-Mitte setzen uns weiterhin für die Förderung migrantischer Stimmen in der Stadtgesellschaft ein. Wir stehen solidarisch mit der Initiative und der Familie Ertan und unterstützen die Vorbereitungen für den 42. Gedenktag im Mai. Die Geschichte von Semra Ertan ist Teil unserer gemeinsamen Geschichte. Es ist unsere Verantwortung, ihr Vermächtnis lebendig zu halten und uns konsequent gegen Rassismus und rechte Gewalt zu stellen.“

Dateien

Zurück zum Kopf der Seite