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Antwort: Mögliche Auswirkungen einer Olympiabewerbung auf Sportstätten, öffentliche Flächen und Infrastruktur im Bezirk Hamburg-Mitte

im Zusammenhang mit der Diskussion über eine mögliche Bewerbung der Freien und Hansestadt Hamburg für Olympische und Paralympische Spiele ergeben sich zahlreiche Fragen zu möglichen Auswirkungen auf den Bezirk Hamburg-Mitte. Insbesondere interessieren uns die möglichen Folgen für öffentliche Sportstätten, Grünflächen, Verkehr sowie die Nutzung öffentlicher Räume.

Anfrage nach § 27 BezVGDrucksachen–Nr.: 23-1549
Datum: 06.05.2026

Beratungsfolge
 GremiumDatum

Antwort: Mögliche Auswirkungen einer Olympiabewerbung auf Sportstätten, öffentliche Flächen und Infrastruktur im Bezirk Hamburg-Mitte (Anfrage der Fraktion DIE LINKE)

Fragesteller: Antonia-Luise Ivankovic, Theresa Jakob, Steffen Leipnitz, Susanne Morgenstern, Maureen Schwalke, Carina Sickau, Nora Stärz, Marinus Stehmeier, Ronald Wilken

 

im Zusammenhang mit der Diskussion über eine mögliche Bewerbung der Freien und Hansestadt Hamburg für Olympische und Paralympische Spiele ergeben sich zahlreiche Fragen zu möglichen Auswirkungen auf den Bezirk Hamburg-Mitte. Insbesondere interessieren uns die möglichen Folgen für öffentliche Sportstätten, Grünflächen, Verkehr sowie die Nutzung öffentlicher Räume.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir das Bezirksamt:

Das Bezirksamt Hamburg-Mitte beantwortet die Anfrage, teilweise auf der Grundlage von Auskünften der Behörde für Inneres und Sport (BIS) wie folgt:

  1. Bestand und Zustand der Sportstätten
    1. Wie viele öffentliche Sportanlagen (Sportplätze, Sporthallen, Schwimmbäder und sonstige Sportflächen) befinden sich aktuell im Bezirk Hamburg-Mitte? Bitte nach Stadtteilen und Betreiberzuständigkeit aufschlüsseln.
    2. In welchem baulichen Zustand befinden sich diese Anlagen (z. B. guter Zustand, sanierungsbedürftig, grundsanierungsbedürftig)?

      Siehe Anlage 1.

    3. Wie hoch wird der aktuelle Sanierungsbedarf bzw. Sanierungsstau bei Sportanlagen im Bezirk eingeschätzt?

      Siehe Anlage 1.
       
    4. Welche Sanierungsmaßnahmen sind bereits geplant, aber derzeit nicht oder nur teilweise finanziert?

      Siehe Anlage 1.
       
    5. Sind diese Anlagen barrierefrei nutzbar (z.B. rollstuhlgerecht, taktile Elemente) und für welche Altersgruppen sind sie ausgelegt?

      Siehe Anlage 1.
       
    6. Wie wird die regelmäßige Pflege, Instandhaltung und Verkehrssicherheit dieser öffentlichen Anlagen gewährleistet?

      Siehe Anlage 1.

      Bestand und Zustand der (bezirklichen) Sportstätten ist der Bezirksversammlung (BV) und dem zuständigen Fachausschuss der Bezirksversammlung über die Bereitstellung der sog. Bauzustandsberichte (auch im Transparenzportal zu finden) und zudem deren Erläuterung im Beirat Bezirklicher Sportstättenbau (BV Mitte nimmt stimmberechtigt teil) bekannt.

      Die Sanierungsmaßnahmen im Bereich der bezirklichen Sportanlagen werden in den vorgenannten Gremien ebenfalls in zwei Sitzungen zunächst erläutert und dann beschlossen. Entsprechende Protokolle der Sitzungen gehen an den gesamten Fachausschuss der BV.

      BIS

      Als öffentliche Sportanlagen werden solche Anlagen definiert, die sich im städtischen Eigentum bzw. in städtischer Betreiberschaft befinden. Vereinseigene Anlagen sind davon nicht umfasst. Der Bestand sowie Zustand der Sportstätten im Sinne der Fragestellung ergibt sich aus der Anlage 1.

      Angaben zu Schulsporthallen im Bezirk Hamburg-Mitte erfolgen über Schulbau Hamburg und Finanzbehörde direkt an die Bezirksversammlung.
       

  2. Anträge zu baulichen Maßnahmen an Sportstätten
    1. Wie viele Anträge oder Beschlüsse zur Erhaltung, Sanierung oder baulichen Verbesserung von Sportstätten im Bezirk Hamburg-Mitte wurden im Laufe der aktuellen Legislaturperiode in der Bezirksversammlung behandelt?
    2. Wie viele dieser Anträge wurden bewilligt bzw. beschlossen?
    3. Wie viele dieser Anträge wurden abgelehnt oder nicht weiterverfolgt?
    4. Wie viele Anträge und Gelder wurden in Ausschüssen beschlossen oder abgelehnt oder befinden sich weiterhin in Beratung?
    5. Welche Sportstätten waren jeweils Gegenstand dieser Anträge (bitte nach Sportstätte und Maßnahme aufschlüsseln)?

      Das Bezirksamt führt darüber keine Statistik. Die Daten sind aber öffentlich und online unter Drucksachen abrufbar.
       
  3. Mögliche Nutzung von Flächen im Rahmen einer Olympiabewerbung
    1. Liegen dem Bezirksamt Informationen darüber vor, welche Flächen im Bezirk Hamburg-Mitte im Rahmen einer möglichen Olympiabewerbung als Veranstaltungsorte, Trainingsflächen oder Infrastrukturflächen geprüft oder vorgesehen werden könnten?
    2. Falls ja: um welche Flächen handelt es sich (bitte nach Stadtteil und Art der Nutzung aufschlüsseln)?

      BIS
StadtteilWettkampfstätteNutzung
St. PauliHeiligengeistfeldBeach-Volleyball, BMX-Freestyle, Skateboard
St. PauliMillerntorstadionHockey
St. PauliMesseu.a. Boxen, Badminton, Judo Tischtennis
NeustadtBinnenalster3x3 Basketball, Bogenschießen (Finale), Padel
NeustadtRathausmarktTriathlon
AltstadtSt. AnnenplatzRadsport (Straße)
SteinwerderElbinsel Steinwerder (Am Fährkanal 3)Klettern
HammSportanlage Aschberg (Rückersweg 31)Bogenschießen (Vorrunde)
RothenburgsortSport-und Eventarena neuer Huckepackbahnhof (Olga-Brandt-Knack-Straße)Volleyball
WilhelmsburgInselpark (Kurt-Emmerich- Platz 10.östl.)Wasserball, Moderner Fünfkampf

III. Welche bestehenden Sportstätten könnten temporär oder dauerhaft von olympischen Planungen betroffen sein?

BIS

Im Bereich der bestehenden Sportstätten sind das Millerntorstadion, die „Sport- und Eventarena am neuen Huckepackbahnhof“ sowie die Sportanlage Aschberg Gegenstand der Planungen. Diese sind ausschließlich im Rahmen eines zeitlich begrenzten Zeitraums betroffen, der die Vorbereitung, die Durchführung der Wettkämpfe sowie die anschließende Rückführung in die ursprüngliche Nutzung umfasst.

Alle weiteren Wettkampfstätten im Bezirk Hamburg-Mitte werden temporär errichtet bzw. temporär ertüchtigt.
 
4.Nutzung öffentlicher Räume und Grünflächen

4.1. Welche öffentlichen Plätze, Parks oder Wasserflächen im Bezirk könnten nach aktuellem Kenntnisstand für Veranstaltungen, temporäre Bauten oder Medien- und Sicherheitszonen genutzt werden?

BIS

Zum aktuellen Planungsstand können noch keine abschließenden Aussagen zur Einrichtung von Sicherheitszonen sowie zur Nutzung öffentlicher Parks und Wasserflächen getroffen werden.

Nach derzeitigem Stand ist vorgesehen, folgende öffentliche Plätze als Wettkampfstätten zu nutzen: Heiligengeistfeld, Binnenalster, St. Annenplatz, Rathausmarkt sowie den Kurt-Emmerich-Platz.

4.2.   Welche Einschränkungen für die öffentliche Nutzung dieser Flächen wären während der Vorbereitung und Durchführung eines solchen Großereignisses zu erwarten?

BIS

Zum derzeitigen Planungsstand können noch keine konkreten Aussagen zu Art und Umfang möglicher Einschränkungen getroffen werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass es im Zuge vorbereitender Maßnahmen, während der Durchführung der Spiele sowie im Rahmen der anschließenden Rückbauarbeiten zu kurzfristigen Einschränkungen der öffentlichen Nutzung kommen wird.

5. Verkehr und Infrastruktur

  1. Liegen dem Bezirksamt Erkenntnisse über mögliche Verkehrsmaßnahmen im Bezirk Hamburg-Mitte vor (z. B. temporäre Straßensperrungen, Sonderfahrspuren oder Sicherheitszonen)?
  2. Welche Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr, den Radverkehr sowie Liefer- und Anwohnerverkehr werden derzeit diskutiert oder geprüft?

BIS

Die grundsätzlichen Verkehrsmaßnahmen sind in dem entsprechenden Mobilitätskonzept einsehbar. Grundsätzlich ist nicht geplant, Sonderfahrspuren einzurichten. Konkrete Verkehrsmaßnahmen hängen auch von der entsprechenden Sicherheitslage ab. Daher kann hierzu zum aktuellen Zeitpunkt noch keine konkrete Aussage getroffen werden.

 

6. Finanzielle und organisatorische Auswirkungen auf den Bezirk

6.1. Welche zusätzlichen personellen oder finanziellen Belastungen könnten für den Bezirk Hamburg-Mitte im Zusammenhang mit einer Olympiabewerbung oder der Durchführung von Spielen entstehen?

Es ist davon auszugehen, dass im Zusammenhang mit einer Olympiabewerbung oder der Durchführung von Spielen zusätzliche personelle und finanzielle Belastungen für das Bezirksamt Hamburg-Mitte entstehen können. Eine konkrete Abschätzung des Umfangs dieser Belastungen ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht möglich.

6.2.   Welche Aufgaben würden voraussichtlich vom Bezirksamt übernommen werden müssen (z. B. Genehmigungen, Koordination öffentlicher Flächen, Sicherheits- und Verkehrsmaßnahmen)?

Für die Nutzung öffentlicher, gewidmeter Flächen müssen Sondernutzungserlaubnisse nach dem Hamburger Wegegesetz durch das Bezirksamt Hamburg-Mitte erteilt werden.

BIS

Das Bezirksamt wird entsprechend seiner fachlichen Zuständigkeit, analog zu anderen Großveranstaltungen, die anfallenden Aufgaben übernehmen. Für detailliertere Aussagen ist der derzeitige Zeitpunkt noch zu früh.

7. Bürgerbeteiligung

7.1. Welche Beteiligungsformate für Bürgerinnen und Bürger im Bezirk Hamburg-Mitte sind im Zusammenhang mit einer möglichen Olympiabewerbung vorgesehen?

7.2. Wie können Bezirksversammlung, Stadtteilinitiativen und Sportvereine in entsprechende Planungsprozesse einbezogen werden?

BIS

Hamburg setzt auf einen gestuften Beteiligungsprozess. Bisher haben sich seit November 2025 im Rahmen von Dialogveranstaltungen und Online-Beteiligung über 3.000 Bürgerinnen und Bürger eingebracht; dabei wurden rund 800 Anregungen zu Themen wie Sportstätten, öffentliche Räume, Mobilität und Nachnutzung gesammelt. Diese fließen in die weitere Konzeptentwicklung ein. Für den Bezirk Hamburg-Mitte wurden bisher insbesondere ein bezirkliches Dialogformat und die Online-Beteiligung umgesetzt. Über den Hamburger Sportbund wurden im Herbst 2025 vor allem Sportvereine eingeladen, sich am bisherigen Beteiligungsprozess zu beteiligen.

Der Beteiligungsprozess wird in den weiteren Planungsschritten fortgeführt und bei Bedarf an den jeweiligen Konkretisierungsgrad der Bewerbung angepasst. Ziel ist es, die unterschiedlichen Perspektiven aus der Stadtgesellschaft – insbesondere auch aus den Bezirken – kontinuierlich einzubeziehen und transparent zu berücksichtigen. Mit fortschreitender Ausarbeitung des Konzepts und der Bewerbung werden die Beteiligungsformate entsprechend weiterentwickelt und vertieft. Dabei steht im Vordergrund, Chancen und mögliche Auswirkungen frühzeitig zu diskutieren und gemeinsam tragfähige Lösungen für Hamburg und seine Bezirke zu erarbeiten.

Wir bitten um eine möglichst detaillierte Beantwortung sowie - sofern vorhanden – um Verweise auf entsprechende Drucksachen, Beschlüsse oder Planungsunterlagen.

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