Internationaler Tag gegen Rassismus Hamburg-Mitte: Struktureller Rassismus in Polizei und Stadt sichtbar machen
Hamburg-Mitte - Anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus macht die Linksfraktion Hamburg-Mitte deutlich: Rassismus in Behörden, auf der Straße und in der Polizei ist strukturell und kriminalisiert täglich migrantisch gelesene Menschen, nicht nur Geflüchtete.
Hier in Hamburg-Mitte erleben wir, wie Menschen allein aufgrund ihres Aussehens oder Herkunft kriminalisiert werden - auf der Straße, in Behörden, auf dem Wohnungsmarkt und in Schutzräumen, erklärt Nora Stärz, Co - Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion Hamburg-Mitte.
Die aktuelle Studie DeWePol 2025 belegt: Rund ein Viertel der befragten Hamburger Polizist*innen ordnet sich politisch rechts bis rechtsaußen ein. 45 % der Teilnehmenden äußern abwertende Einstellungen gegenüber Geflüchteten; auch Sinti, Roma und Langzeitarbeitslose sind betroffen. 33,7 % der Befragten sind empfänglich für populistische Positionen, 6,8 % zeigen Tendenzen zu Verschwörungsglauben.
Initiativen wie Copwatch Hamburg dokumentieren seit Jahren, wie rassistische Kontrollen in St. Georg, St. Pauli und anderen Stadtteilen stattfinden - ganze Quartiere werden unter Generalverdacht gestellt, Menschen ohne Anlass durchsucht oder festgehalten.
Die Zahlen aus der DeWePol-Studie 2025 und die Beobachtungen von Copwatch zeigen klar: Das ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem, das hier in Hamburg-Mitte auf allen Ebenen sichtbar wird.
Die Linksfraktion Hamburg-Mitte fordert:
- Ende rassistischer Polizeikontrollen und Gefahrengebiete
- Abschaffung der Bezahlkarte für Geflüchtete sowie volle Perspektiven auf Arbeits- und Bleiberecht und Zugang zum Wohnungsmarkt
- Stopp aller Abschiebungen in Kriegs- und Krisengebiete
- Ausbau von Integrations- und Teilhabeangeboten statt Kürzung
- Verbindliche Antirassismus-Schulungen und unabhängige Beschwerdestellen in Polizei und Behörden
Rassismus muss lokal benannt und bekämpft werden. Wir müssen die Strukturen ändern, nicht nur Einzelfälle kritisieren. Das ist unser Anspruch und unser Auftrag hier in Hamburg-Mitte.
Nora Stärz ist Co-Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion Hamburg-Mitte

