Aufwertung

Ein Begriff, der im Zusammenhang mit Stadtentwicklung von Planern und Architekten gern verwendet und von den allermeisten Menschen erst mal positiv verstanden wird.

Ziel von Maßnahmen im Rahmen von Sanierungs- oder Entwicklungsgebieten ist fast immer die „Aufwertung“ eines Quartiers, von Gebäuden oder öffentlicher Flächen. Das könnte der unbedarfte Leser als Steigerung von Wohn- und Lebensqualität verstehen – und manchmal trifft das auch zu.

Immer aber bedeutet „Aufwertung“ tatsächlich Wertsteigerung, und zwar Wertsteigerung von Immobilien bzw. Erhöhung des Bodenrichtwerts, der z.B. von entscheidender Bedeutung für die erfolgreiche Spekulation (auch für den Verkauf von stadteigenen Immobilien!), aber auch für die Einstufung von Wohnlagen im Hamburger Mietenspiegel ist. Und damit verknüpft ist dann die Steigerung der Mieten bzw. die Erhöhung der Verkaufspreise von Häusern oder Eigentumswohnungen.

Somit mag die Steigerung der Wohn- und Lebensqualität tatsächlich in manchen Fällen eintreten, allerdings nicht für diejenigen, die wegen der steigenden Mieten das „aufgewertete“ Viertel verlassen müssen bzw. dort gar nicht erst hinziehen können.

Indirekt werden mit solchen „Aufwertungen“ (oft aus öffentlichen Mitteln) vor allem die Verwertungsbedingungen des Kapitals verbessert.

Aus diesem Grunde betrachtet die LINKE. jede Äußerung sehr kritisch, in der von Aufwertung die Rede ist. Wir wollen, dass es den Menschen im Quartier gut geht – aber den dort Wohnenden, nicht denjenigen, die mit dem Scheckbuch in der Hand darauf warten, dass die Wohnlage Ihres Begehrens endlich aufgewertet und damit frei für die Spekulation wird.