14. August 2012

Fischsterben in Wilhelmsburg


BEZIRKSVERSAMMLUNG
HAMBURG-MITTE                                                                   Drucksache A20/70/12
20. Wahlperiode                                                                                      14.08.2012


                                         Kleine Anfrage

Der Mitglieder Christine Wolfram, Stefan Dührkop, Olaf Harms und Manfred Schubert Partei Die LINKE. vom 07.08.2012


                           und Antwort des Bezirksamts


Fischsterben in Wilhelmsburg


Die Beantwortung einer Anfrage der Partei „Die LINKE“ mit der Drucksachennummer A 20 / 48 / 11 zum Thema Fischsterben im Kükenbrack ergab, dass Wasserproben genommen wurden, um die Ursache für das Massensterben der Fische zu ergründen. Außerdem ermittelte die Polizei, wer eventuell illegale Einleitungen in diesen Zusammenhängen zu verantworten hat.


Wir fragen die Verwaltung:

1. Welche Ergebnisse der Untersuchungen von Wasserproben liegen vor; welche
Ursachen führten zu dem Fischsterben?

Es wurden Wasser- und Sedimentproben genommen und von der Universität Hamburg analysiert.
Es wurden folgende Konzentrationen festgestellt:

Element

 Feststoff

 Wasser




Blei

462,6 bis 1325,23 mg/Kg

0,22 bis 0,5 mg/l

Cadmium

64,9 – 73,6 mg/Kg

< 0,1 mg/l

Chrom

< 0,1 mg/Kg

< 0,1 mg/l

Kupfer

49,5 – 154,5 mg/Kg

0,05 – 0,08 mg/l

Nickel

336,6 – 692,2 mg/Kg

<0,2 mg/l

Zink

203,4 – 368,9 mg/Kg

<0,1 – 0,32 mg/l


 
Durch die Analyse wurden erhöhte Werte von den vorgenannten Schwermetallen im Feststoffanteil der Sedimentproben und in geringerer Konzentration im Wasser festgestellt. Zudem wurden nichtionische und anionische Tenside nachgewiesen. Diese Zusammensetzung der Analysen lässt vermuten, dass durch Sandstrahlarbeiten im Einzugsgebiet des Gewässers, Rückstände dieser Arbeiten in das Entwässerungssystem gelangten. Die Schwermetalle könnten aus den Farbpigmenten stammen. Da nicht alle Schwermetallverbindungen wasserlöslich sind, ist die Konzentration der Schwermetalle im Wasser geringer.


Schwermetalle wirken toxisch auf Lebewesen, jedoch nicht akut (sofort) toxisch auf höhere Lebewesen z.B. Fische.
Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den erhöhten Schwermetallgehalten und dem Fischsterben konnte nach den Ergebnissen nicht festgestellt werden. Der Auslöser des akuten Fischsterbens ist weiterhin ungeklärt.


2. Welche Ermittlungsergebnisse liegen vor; wer ist eventuell für illegale Einleitungen welcher Substanzen im Zusammenhang mit dem Fischsterben verantwortlich?

Die polizeilichen Ermittlungen führten zu keinem Ergebnis. Ein Verursacher konnte nicht ermittelt werden.

Oben erwähntes Fischsterben war nicht das einzige Ereignis in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit. Auch östlich der Reichsstrasse gab es in der Vergangenheit Fischsterben in größerem Umfang.


Dazu fragen wir die Verwaltung:
3. Wann wurde in den letzten drei Jahren wo in Wilhelmsburg ein größeres Fischsterben festgestellt?

Es liegen keine Erkenntnisse über derartige Ereignisse in den letzten 3 Jahren vor.


4. Wo war das?


5. Welche Ursachen wurden ermittelt?


6. Welche Konsequenzen ergaben sich aus den Ermittlungen?

Entfällt.