5. April 2013

Horner Rennbahn auf dem Weg zur Kombibahn


Bezirksversammlung
HAMBURG-MITTE                                                                                       Drucksache A 20/105/12
                                                                                                                                     05.04.2013


                                          Anfrage


der Abgeordneten Sandra Clemens, Bernhard Stietz-Leipnitz, Olaf Harms, Christine Detamble-Voss, Renate Hercher-Reis
(DIE LINKE.) vom 12.11.2012

                                     und Antwort


Horner Rennbahn auf dem Weg zur Kombibahn


Im Oktober 2012 schält sich für die interessierte Öffentlichkeit nach monatelangem Hin und Her heraus, dass das Horner Derby voraussichtlich bis 2028 in Hamburg veranstaltet werden wird. Dabei werden seitens des Vorstands des Hamburger Rennclubs Maßnahmen angekündigt, „um das in der Kritik stehende Geläuf der Horner Rennbahn in einen besseren Zustand zu versetzen. ... Zudem plant der HRC-Vorstand, eine neue Lounge für Trainer und Besitzer in der Haupttribüne einzurichten. Insgesamt soll der Erlebniswert für die Besucher auf der Horner Rennbahn erhöht werden.“ (Die Welt vom 16.10.2012)


Zwar wird in Anträgen derjenigen Fraktionen, die bereits den Weg der Horner Rennbahn zur Kombibahn antizipieren, wiederholt gefordert, dass „alle den Park nutzenden Institutionen, Anwohner, Nutzer und Nachbarn ... frühzeitig in die Planungen eingebunden“ (zuletzt Drucksache 20/329/12) werden, doch ist auch in dem oben genannten Fall die Information nicht über die kommunalpolitischen Gremien, sondern über die Medien erfolgt.


Die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation beantwortet die Ziffern 1 und 2 wie folgt:

Die Bestandsgarantie des Deutschen Derbys in Hamburg bis zum Jahre 2028 bedeutet unter anderem, dass die Anforderungen an Pferdeleistungsprüfungen erfüllt werden müssen. So müssen nach den Beanstandungen der Geläufe im letzten Jahr künftig an den Renntagen vor dem Derbytag so viel Rennen wie möglich auf der Innenbahn veranstaltet werden, und zwar völlig unabhängig von der Anzahl der startenden Pferde. Daher bedarf es für die nächsten Jahre, auch unter der Voraussetzung einer Umsetzung der Pläne für eine Doppelrennbahn, einer zukunftsorientierten Qualitätsverbesserung am Geläuf und am Gebäudebestand. Dies vorausgeschickt, beantwortet die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation die Anfrage wie folgt:

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Verwaltung,

1. wie die Entscheidungswege über die angekündigten Maßnahmen zum Geläuf und der neuen Lounge auf der Rennbahn aussehen: Inwiefern sind der Bezirk oder Behörden der Stadt Hamburg in diese Planungen einbezogen?

Bei notwendigen Instandsetzungsmaßnahmen im Geschäfts- und Verantwortungsbereich des Hamburger Renn-Club e.V. (HRC) werden, soweit Genehmigungen jeglicher Art erforderlich sind, die zuständigen Behörden (wie z.B. Gartenbauamt, Bauprüfung) beteiligt. Darüber hinaus gehende erforderliche investive Maßnahmen am Geläuf und an und in den Gebäuden werden in Absprache mit den zuständigen Fachbehörden durchgeführt.


2. ob, und wenn ja, in welcher Höhe Kosten für die Stadt Hamburg entstehen, um die angekündigten Maßnahmen umzusetzen.

Insbesondere die Kosten für die Verbreiterung des Zieleinlaufs, verbunden mit der Verlegung und Umgestaltung der Beregnungsanlage, sowie unbedingt erforderliche Investitionen im Sanitär- und Tribünenbereich können durch den HRC nicht getragen werden. Die genaue Höhe der Kosten ist noch nicht ermittelt worden. Eine erste Kostenschätzung liegt bei 100.000 €.


Die Behörde für Inneres und Sport beantwortet die Fragen 3 und 4 wie folgt:

3. welche Kosten der Stadt jährlich für die Ausrichtung des Derbys bis 2028 entstehen.

Es ist beabsichtigt, die Durchführung des Derbys in den Jahren 2013 und 2014 jeweils mit 200.000 € aus den Erträgen der Kultur- und Tourismustaxe zu fördern.


4. ob es bereits eine Ausschreibung für einen Investor gibt, der sich an der Errichtung einer Doppelrennbahn in Horn beteiligen würde.

Hinsichtlich einer möglichen Errichtung einer Kombibahn in Hamburg Horn gibt es keinen neuen Sachstand. Im Übrigen siehe Drs. 20/4871.


Anlage