14. September 2017

Ratten- und Kakerlakenplage im Bahnhofsviertel Wilhelmsburg

Anfrage nach § 27 BezVG

Fraktion DIE LINKE                                                                     

Drucksachen–Nr.: 21-3435

Datum: 14.09.2017

Beratungsfolge

Gremium                                                                                                    

Datum

 

Antwort: Ratten- und Kakerlakenplage im Bahnhofsviertel Wilhelmsburg

 

Fragesteller: Christine Detamble-Voss, Steffen Leipnitz, Ina Morgenroth, Tim Eckbrett, Maureen Schwalke, Stefan Dührkop, Tilman Rosenau

 

Anwohner_innen des „alten Bahnhofsviertels“ in Wilhelmsburg berichten über ein steigendes Aufkommen von Ratten. Diese laufen bei ihrer Futtersuche inzwischen auch am Tag über Wege, Plätze und Straßen. Bspw. in der Buddestraße und in der Thielenstraße sind die Rattenlöcher auch vor den Häusern deutlich sichtbar und scheinen immer wieder zu Absenkungen der Gehwegplatten auf dem öffentlichen Fußweg zu führen.

 

Auf Fragen, ob die Vonovia als Eigentümerin von Häusern auf die Vermehrung der Ratten reagiert und was sie eventuell veranlasst habe um die Tiere zu bekämpfen wurden die Mieter_innen darauf hingewiesen, dass die Ratten durch den Müll angezogen werden, den die Mieter_innen immer wieder in den Hinterhöfen neben die Mülltonnen und in die Büsche werfen. Die Vonovia habe somit fast keine Möglichkeit die Ratten wirksam zu bekämpfen. Das Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt der Stadt Hamburg teilte auf Anfrage der Mieter_innen telefonisch mit, dass auch die Stadt nichts tun könne, da die Ratten zum großen Teil von privaten Hinterhöfen der Vonovia kommen.

 

Dazu fragen wir die Bezirksverwaltung:

1. Ist der Verwaltung das Problem der Ratten im Bahnhofsviertel Wilhelmsburg bekannt?

2. Wenn ja, seit wann?

3. Wenn ja, wie hat die Verwaltung darauf reagiert? Wann wurden welche Mittel zur Bekämpfung der Ratten eingesetzt?

4. Wenn ja, welche Ergebnisse wurden erzielt?

5. Wenn nein, wird die Verwaltung das Problem überprüfen?

6. Wenn ja, wann und wie?

 

Ein weiteres von Mieter_innen benannte Problem besteht im Bahnhofsviertel, bspw. am Korallusring. In vielen Häusern gibt es hier eine starke Population von Kakerlaken. Diese laufen, nicht nur in den Kellern, sondern sie sind auch in vielen Wohnungen zu sehen.

 

Dazu fragen wir Bezirksverwaltung:

7. Ist die Verwaltung über das Problem informiert?

8. Wenn ja, seit wann und wie hat die Verwaltung darauf reagiert?

9. Wenn nein, wird die Verwaltung die Häuser, inklusive der Wohnungen auf Kakerlakenbefall untersuchen?

10. Wenn ja, wann wird dieses voraussichtlich sein und durch wen werden die Wohnungen überprüft?

Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) nimmt zu den Fragen 1-10 wie folgt Stel-lung:

„Im Bereich der beiden in der Anfrage genannten Straßen hat das Institut für Hygiene und Umwelt (HU) vor 2 Jahren (Buddestraße) bzw. vor 3 Jahren (Thielenstraße) zuletzt eine Rattenmeldung erhalten. Bei der erstgenannten stellte sich heraus, dass es sich bei den befallenen Stellen nicht um öffentliche Bereiche handelte. Bei der letztgenannten Meldung konnte oberirdisch kein Befall festgestellt werden, jedoch wurde die HSE (Hamburger Stadtentwässerung) benachrichtigt, die Straßensiele in dem Bereich mit Fraßködern zu belegen. Weiterhin hat das HU im genannten Bereich in diesem Jahr in zwei anderen Straßen um den Bahnhof auf öffentlichem Grund Ratten bekämpft, nachdem Bürger dort Rattenvorkommen gemeldet hatten. Das HU ist grundsätzlich nicht für die Ratten- oder Schaben-Bekämpfung in privaten Immobilien bzw. auf privaten Grundstücken zuständig. Diese Aufgabe obliegt dem Eigentümer.“