1. September 2017

Nutzung des Kükenbracks in Wilhelmsburg als Badegewässer

Antrag öffentlich

Fraktion DIE LINKE

Drucksachen–Nr.: 21-3491

Datum: 01.09.2017

Beratungsfolge

Gremium 

Datum

Öffentlich

Regionalausschuss Wilhemsburg / Veddel

12.09.2017

 

Nutzung des Kükenbracks in Wilhelmsburg als Badegewässer

 

Sachverhalt:

In Hamburg sind alle Bracks als Paragraph-30-Biotope eingestuft. Eine Nutzung als Gewässer zum Baden ist somit gesetzlich verboten. Das gilt nicht nur für das Gewässer, sondern auch für alle Uferbereiche. Zuständig sind die Umweltschutzgesetze der Stadt Hamburg, der Bundesrepublik und zum Teil auch der EU. Bei Zuwiderhandlung werden Strafen angedroht.

 

Trotzdem werden Bracks gerne als Badegewässer genutzt. Das ist nicht zuletzt der Preisgestaltung durch Bäderland geschuldet. Viele Familien können sich einen regelmäßigen Besuch von Schimm-hallen finanziell nicht leisten, öffentliche Badeseen wie in Neuland in Harburg sind nur über den ÖPNV erreichbar, allerdings sind auch die Fahrpreise häufig zu hoch für diese Familien. Das Baden in den Bracks ist aber nie ungefährlich. Das trübe Wasser verhindert das Erkennen von Verletzungsgefahren unterhalb der Wasseroberfläche. Die Wassertiefe ist nicht erkennbar, das Hineinspringen in die Bracks kann sehr schnell zu erheblichen Verletzungen führen. Die Wasserqualität entspricht nicht den gesetzlich vorgesehenen Badeseen und so sind Erkrankungen vorprogrammiert.

 

Dazu kommen gravierende Gefährdungen der Flora und Fauna in und an den Bracks. Hier leben und brüten viele Wasservögel, viele zum Teil recht seltene Pflanzen und Amphibien, die Eingriffe in ihre Lebensbereiche oft nicht überleben können.

 

Petitum/Beschluss:

Der Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel möge beschließen:

 

  1. Die Verwaltung wird aufgefordert, das Baden im Kükenbrack zu verhindern. Das kann z.B. durch Beschilderung und Berichte in den Medien erfolgen.

  2. Der RA wird über die Maßnahmen und deren Wirksamkeit in regelmäßigen Abständen informiert.