19. Oktober 2011

Kersten-Miles-Brücke: Vertreibung der Obdachlosen jetzt durch WC-Anlage?


 

Der Irrsinn an der Kersten-Miles-Brücke nimmt kein Ende. Die Befürchtungen der LINKEN haben sich leider bewahrheitet. Der Runde Tisch, der letzte Woche tagte und an dem Obdachlose selbst gar nicht vertreten waren, hat, so scheint es, an dem Ziel, die Obdachlosen unter der Brücke zu vertreiben, festgehalten. Statt eines Zaunes soll nun eine große Toilettenanlage für Touristen im Umfeld der Kersten-Miles-Brücke den Zweck der Vertreibung erfüllen. Schließlich könne man den Touristen nicht zumuten, die WC-Anlagen an den Landungsbrücken aufzusuchen. Geht es nicht eher darum, dass man glaubt, man könne Touristen den Anblick von Obdachlosen nicht zumuten? Haben Hinz und Kunzt und der Pastor von der St. Pauli Kirche diesem Plan wirklich zugestimmt? Man mag es kaum glauben. 500000  Euro für die Anlage und 140 000 Euro für zwei Sozialarbeiter wurden für das neue Projekt veranschlagt.

Christine Detamble-Voss, sozialpolitische Sprecher der LINKEN Bezirksfraktion in Mitte: „Wir kritisieren diese Pläne und sind froh, dass diese Vorschläge nicht so schnell umgesetzt werden können. Wie so oft bei Herrn Schreiber, sind auch diese Vorschläge wenig durchdacht.“ Denn die Finanzierung der Ideen vom Runden Tisch ist ungewiss und die Bauanträge für die Toiletten müssen vom Bauausschuss in Mitte genehmigt werden und das kann dauern. Schließlich ist es fraglich, wo die Anlage genau errichtet werden soll, wohl kaum unter der Schräge der Brücke und auf Geröll?

DIE LINKE, die ebenfalls nicht zum Runden Tisch geladen war, schlägt vor:

 

Zwei Dixiklos mit Waschgelegenheit in der Nähe der Brücke aufzustellen, damit die Obdachlosen dort so lange bleiben können, bis sie eine alternative Unterkunft gefunden haben. Zusätzliche kleine öffentliche Toiletten, wie sie auch an U-Bahn-Stationen zu finden sind, könnten auch direkt am Busanleger entstehen.

 

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