26. März 2020

Es geht um viel. Lampedusa-Zelt muss wieder aufgebaut werden!


Bereits in der vergangenen Woche wurde das Zelt der Lampedusa-Mahnwache am Steindamm geschlossen, am 26.03.20 wurde es schließlich im Auftrag der Stadt gänzlich abgebaut. Alles im Namen des Gesundheitsschutzes. Bereits zur Schließung des Zeltes gab es Bekundungen der Freude von Politikern auf sozialen Medienkanälen, sodass man nicht umhin kommt, dass diese Begeisterung nicht allein der Eindämmung des Virus‘ Covid 19 gilt.


So sehr momentan die Gesundheit von uns allen geschützt werden muss und soll, so sehr müssen wir uns auch davor bewahren, dass kurzfristige Maßnahmen in der Not sich verfestigen und zu neuen Gegebenheiten im Alltag nach der Krise werden. Diese Epidemie stellt uns deshalb auch vor die Herausforderung, unseren Bürgersinn und unser demokratisches Selbstverständnis zu verteidigen.
Anstatt das Zelt ohne weitere Schutzmaßnahmen für die Lampedusa-Flüchtlinge abzubauen, wäre es jetzt angebracht, sie und obdachlose Menschen in Hamburg dezentral unterzubringen und für gesicherten Wohnraum zu sorgen.


Dazu die Fraktionsvorsitzende der LINKSFRAKTION Hamburg-Mitte, Ina Morgenroth: „Unser aller Gesundheit steht momentan im Vordergrund der meisten Entscheidungen in Deutschland und natürlich auch in Hamburg-Mitte. Wir müssen jedoch auch bedenken, dass wir unsere wertvollsten gesellschaftlichen Errungenschaften nicht verschleudern dürfen, weil wir meinen, unsere Gesundheit
lasse sich nur so aufrecht erhalten. Spätestens nach Ende der Pandemie muss das derzeit bei der Stadtreinigung Hamburg verwahrte Zelt wieder aufgebaut werden.“


Lampedusa in Hamburg ist Teil unserer Stadt und die Dauermahnwache Ausdruck von mittlerweile 7 Jahren Kampf für ein Bleiberecht und ein Leben in Menschenwürde. Ebenso wie die Grünen-Fraktion in Hamburg-Mitte, fordert auch die LINKSFRAKTION vom Bezirksamt den umgehenden Wiederaufbau sobald das Versammlungsverbot aufgehoben ist.