27. März 2017

Linksfraktion ebnet Weg für eine Erläuterungstafel am Frenssen-Haus

Seit einigen Wochen ist das Bildnis von Gustav Frenssen im Eingangsbereich des Geschäftshauses in der Ferdinandstraße 6 mit einer dunklen Folie verhangen. Initiiert hatte dies die Alfred-Toepfer-Stiftung als Eigentümerin des Hauses, nachdem sie durch einen Antrag der Bezirksfraktion DIE LINKE vom biografischen Hintergrund des Schriftstellers Frenssen, nach dem das Haus benannt ist, erfuhr.Dieser gilt als Schriftsteller des völkischen Nationalismus, ab 1932 des Nationalsozialismus. Als NSDAP-Mitglied der ersten Stunde sprach er sich in seinen Schriften und Rundfunkbeiträgen unter anderem für die Euthanasie und Judenverfolgung aus.

 

Einer aufmerksamen Bürgerin fiel der bislang unkommentierte in Stein gehauene Schriftzug „Frenssen-Haus“ an der Außenwand des denkmalgeschützten Gebäudes auf. In vielen deutschen Städten wurden Straßen, die den Nazi-Schriftsteller ehren sollten, umbenannt, so auch 1986 die Frenssenstraße in Hamburg-Blankenese. Umgehend nahm die Toepfer-Stiftung Kontakt zur Linksfraktion auf und signalisierte in einer Mail an Denkmalschutzamt, Bezirksamtsleiter und Fraktion ihre uneingeschränkte Gesprächsbereitschaft zur Veränderung der ihnen bislang unbekannt gewesenen Situation.

Aus denkmalschutzrechtlichen sowie historischen Gründen wird der Schriftzug an der Außenfassade voraussichtlich vorhanden bleiben. Die Kulturbehörde sprach sich wie im Antrag der Linksfraktion gefordert für eine Erläuterungstafel, die auf das Wirken Frenssens im historischen Bezug eingeht, aus.

 

„Ich bin froh, dass wir mit der Toepfer-Stiftung so eine gesprächsbereite und umgehend-handelnde Eigentümerin haben, die sich der geschichtlichen Verantwortung bewusst ist“, sagte dazu die kulturpolitische Sprecherin der Linksfraktion Ina Morgenroth und fügte hinzu: „Ich bin zuversichtlich, dass in naher Zukunft eine erläuternde Tafel zur Aufklärung und einem kritischen Umgang mit Gustav Frenssen und seinem Wirken im NS-Regime beiträgt.“

Rückfragen an Ina Morgenroth