29. Mai 2020

Bodenspekulation auf St. Pauli: Stadt muss Baugebot durchsetzen!

Seit inzwischen 40 Jahren steht das Grundstück des ehemaligen Apollo-Hallenbads auf St.
Pauli leer. Die denkmalgeschützte Fassade zum Spielbudenplatz steht weiterhin, doch zur
Kastanienallee klafft eine große Baulücke. Wegen des enormen Drucks auf dem Hamburger
Immobilienmarkt steigt der Wert der Liegenschaft weiter, für den Eigentümer lohnt es sich,
das Grundstück unbebaut liegen zu lassen.


„Dieser Leerstand ist leider kein Einzelfall an der Reeperbahn“, erklärt Theresa Jakob von
der Fraktion DIE LINKE in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte. „Viele weitere
Grundstücke wie die ,Heiße Ecke‘ liegen seit langer Zeit brach. Mindestens für das Apollo-
Grundstück muss der Bezirk endlich das Baugebot durchsetzen, wie es das Baugesetzbuch
regelt. Im Baustufenplan ist das Grundstück zwar als Geschäftsgebiet ausgewiesen, aber an
der Kastanienallee ist eine Wohnnutzung genehmigungsfähig, weil in den Häusern nebenan
auch gewohnt wird.“


„Je länger die Stadt wartet, desto teurer werden die Wohnungen, wenn sie darauf endlich
gebaut werden“, ergänzt Heike Sudmann, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der
Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft. Denn Grundstückskosten sind
inzwischen die größten Preistreiber im Wohnungsbau: In Hamburg kostete 2008 ein
Grundstück im Durchschnitt noch 544 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, 2013 waren es
schon 962 und 2017 satte 1.515 Euro. „Die Preise haben sich also in nicht einmal zehn
Jahren verdreifacht“, so Sudmann. „Deshalb muss Hamburg nicht nur vom Baugebot
Gebrauch machen, sondern für ganz Hamburg ein Vorkaufsrecht einführen und ausüben,
um die Spekulation mit unserem Boden verhindern zu können.“