15. Juli 2008

IBA schmeißt Pläne zur Wilhelmsburger Mitte erneut um

IBA-Planungen

Auf der letzten Sitzung des Beteiligungsgremiums hatte die IBA eine Überraschung parat. Nachdem ein Jahr damit vergeudet worden war, einen großen See ums Rathaus und in die Gartenschau hinein zu planen, wurden im letzten Jahr Pläne vorgelegt, die die Verlagerung des Schwimmbads, den Neubau einer riegelförmigen Stadtentwicklungsbehörde, Wohnkuben an einem Kanal im Gartenschaugelände und locker verteilte Hochhäuser vorsahen.

Dieser Planung entsprechend wurden Bebauungspläne in die Wege geleitet. Jetzt ist wieder alles anders: Nach Kritik von Fachleuten an der bisherigen Planung wurde nachträglich ein Wettbewerb ausgerufen, der jetzt andere Gestaltungsideen erbrachte. Es soll nun eine Mixtur von verschiedenen Wettbewerbsideen verwirklicht werden, wozu auch wieder die B-Pläne geändert werden müssen. Ergänzend (ersetzend?) soll es schon in wenigen Wochen einen Masterplan geben. Die Vorhaben sollen unabhängig davon funktionieren, ob es gelingt, die Reichsstraße zu verlegen oder nicht.

Wesentliche Elemente des erstplatzierten Entwurfs sehen die Behörde als einen Eckbau nordwestlich der Querung Neuenfelder Straße/ Bahn vor, und es sollen Wohnbebauungszeilen mit 120 Wohnungen von der Neuenfelder Str. südlich ins Parkgelände hineinstechen. Außerdem soll es drehbare 7-geschossige Wohntürme über künstlichen Wasserflächen im Gartenschaugelände geben. Aus einem anderen Entwurf wurde die Idee abgeleitet, auf der Neuenfelder Str. shared space* zu versuchen. Abriss und Neubau des Schwimmbads scheinen aus Kostengründen nicht mehr realistisch zu sein.

Der Planungsraum wurde auch nach Norden ausgedehnt: Der Bereich zwischen Aßmannund Jaffe-Davids-Kanal könnte ohne Reichsstr. neu gestaltet werden - wenn es außerdem noch gelänge, die dortigen Containerbetriebe zu verlagern. Das könne die IBA aber selbst nicht, da müssten die Wilhelmsburger schon selber Druck machen.

Die Meinung der Gartenschau zur neuen Planung war nicht Thema des Abends. Das Beteiligungsgremium reagierte unterschiedlich. Halbherzigkeit, Grünflächenzersiedelung, Mixtur der Entwürfe und dass so weiterhin keine lebendige Mitte entstehen könne, waren Kritikpunkte, Lob gab es u.a., dafür dass die Verlegung der Reichsstraße mit diesen Planungen konkreter erscheint.

Alles ist natürlich weiterhin mit Unsicherheit behaftet: Prüfungen stehen aus, Finanzierbarkeit, finden sich Investoren... Sicher dagegen
ist, dass sich täglich die Zeit bis 2013 um einen Tag verkürzt.

Jörg v. Prondzinski
aus: Wilhelmsburger Inselrundblick Juli/August 08

Anmerkung der Redaktion:
Aufgrund eines Übermittlungsfehlers bei der Autorenzeichnung konnte der Eindruck des Diebstahls geistigen Eigentums entstehen. Dies lag nicht in unserer Absicht und  wir bedauern diese Panne.