29. August 2014

Bebauungsplan St. Georg 45 („Allianz“) dankend durchgewinkt – wem gebührt der Dank?

.

Seit 2011 wurde daran gearbeitet und darüber gestritten, jetzt wurde er im Schnelldurchgang vom Hauptausschuss anstelle der Bezirksversammlung beschlossen: Der vorhabenbezogene Bebauungsplan St. Georg 45 für das im Besitz des „Global Investor“(Eigenwerbung) Allianz befindliche Grundstück zwischen Koppel und An der Alster. Die SPD-Fraktion soll sich überschwänglich beim Fachamt Stadt- und Landschaftsplanung (SL) für den Plan bedankt haben. Gibt es dafür Gründe?


Im Prinzip ja, denn der Plan wurde im Verfahren nach der öffentlichen Auslegung durchaus verändert, und zwar im Sinne der von uns mit getragenen Initiative aus dem Stadtteil. An der Koppel sollen nunmehr zu 80% öffentlich geförderte Wohnungen im ersten Förderweg (Anfangsmiete etwas über 6 Euro kalt) entstehen; es wird weniger Tiefgaragenplätze geben; eine Hotelnutzung an der Alster wird ausgeschlossen; die große Kastanie soll erhalten werden; es muss im Blockinnenbereich eine Neubegrünung mit Bäumen stattfinden …


Das alles entspricht nicht dem ursprünglich vorgelegten Planentwurf, der zur Gründung der Initiative gegen das Bauvorhaben geführt hatte. Eine Fülle von Einwendungen bei der Plandiskussion und während dessen öffentlicher Auslegung führte dazu, dass das Fachamt SL sich z.B. die Forderung nach günstigem Wohnraum und mehr Grün zu eigen machte. Dies wäre aber ohne die intensive Arbeit der Initiative und die Empfehlungen des Stadtteilbeirats so nicht geschehen.


Andererseits nein, denn viele Einwendungen fanden keine Berücksichtigung.

  • es wird nur 80% geförderte Wohnungen geben (sonst wären ja womöglich Änderungen an der Kubatur erforderlich …)

  • nach wie vor soll das Gebäude an der Koppel fünfgeschossig plus Staffelgeschoss ausgebildet werden, insofern bleibt es bei der befürchteten zusätzlichen Verschattung.

  • An der Alster entsteht nicht nur wieder ein Bürogebäude, sondern dieses wird erheblich mehr Bruttogeschossfläche als das Bestandsgebäude haben und durch seine schiere Masse das denkmalgeschützte CVJM-Gebäude „erdrücken“.

  • das Bürogebäude wird nicht nur genauso hoch wie das ohnehin zu hohe benachbarte Ahrenkiel-Gebäude sondern noch mal 3m höher.

  • bis auf die Rosskastanie werden sämtliche Bäume im Innenhof fallen und durch wesentlich kleinere „ersetzt“ werden.

Aber der Investor hat sich, wie in den meisten Fällen hier in Hamburg Mitte, fast auf der ganzen Linie durchgesetzt. Nicht zuletzt wegen der mangelhaften Kooperation der Fachämter Bauprüfung und SL. So wurde trotz des fast abgeschlossenen Planverfahrens die auslaufende Baugenehmigung für das Wohngebäude an der Koppel ohne Not durch das Fachamt Bauprüfung verlängert. Damit war der Verhandlungsspielraum wesentlich eingeschränkt.


Die Vertreterinnen der LINKEN. haben aus diesem Grunde dem B-Plan die Zustimmung verweigert.


Fazit: Danke an die aktiven NachbarInnen! Wunderbar, dass endlich wieder einmal bezahlbare Wohnungen in St. Georg entstehen.