8. November 2011

Kein Abbruch der „Hillgruber-Häuser“ (Spaldingstraße 1 und 1 b), bevor nicht eine Neubebauung genehmigt ist


Ausschuss für Wohnen und Stadtteilentwicklung

der BEZIRKSVERSAMMLUNG HAMBURG-MITTE

                                                                                   Drucksache     20/XXX/11

20. Wahlperiode                                                                                                            11.2011

 

 

Antrag

der Abgeordneten Sandra Clemens, Christine Detamble-Voss, Olaf Harms, Renate Hercher-Reis u. Bernhard Stietz-Leipnitz (DIE LINKE.)
vom 08.11.2011

 

Kein Abbruch der „Hillgruber-Häuser“ (Spaldingstraße 1 und 1 b), bevor nicht eine Neubebauung genehmigt ist

 

Die unter Verwaltung der Sprinkenhof AG stehenden sogenannten „Hillgruber-Häuser“ am Rande des Themengebiets „Münzviertel“ stehen seit Jahren teilweise leer. Lange haben sich Initiativen und Künstler aus dem Viertel um eine Nutzungsmöglichkeit der Häuser bemüht, leider ohne Erfolg, da die Sprinkenhof AG offenbar Anweisung hatte, keine „Gängeviertel-Verhältnisse“ an der Spaldingstraße zu riskieren. Das ging so weit, dass auch der Kommunalpolitik keine Auskünfte zur Zukunft der Häuser erteilt wurden.

Nunmehr ging alles ganz schnell: Finanz- und Sozialbehörde konnten sich sehr rasch einigen, dass die Häuser im Rahmen des Winternotprogramms 2011/12 als Übernachtungsstätte für vor allem südosteuropäische Obdachlose genutzt werden. Das kann im Quartier durchaus zu Problemen führen (Überlastung des Herz-As, etc.). Obwohl die Nutzung grundsätzlich positiv gesehen wird, entzündet sich die Kritik im Quartiersbeirat daran, dass dieser noch am Vorabend der Entscheidung keinerlei Informationen zu den Plänen für die Häuser erhielt.

Im Nebensatz tauchte in der Mitteilung zur Einrichtung der Übernachtungsstätte die Ankündigung auf, die beiden Gebäude sollten im Frühjahr 2012 abgebrochen werden. Von einem konkreten Interessenten für eine Neubebauung ist noch nichts bekannt. Offenbar geht es darum, das Grundstück ohne Gebäude besser vermarktbar zu machen.

Ein Abbruchantrag zumindest für das Haus Nr. 1 hat bereits im Bauausschuss am 2.11. vorgelegen und wurde demonstrativ nicht zur Kenntnis genommen.

Ein Abbruch ohne unmittelbar folgenden Neubau würde allerdings eine erhebliche zusätzliche Lärmbelastung der neu errichteten Sozialwohnungen an der Norderstraße bedeuten. Die beiden Gebäude erfüllen eine wichtige (Verkehrs-)Lärmschutzfunktion für die dortigen Wohnungen.

 

Dies vorausgeschickt, möge der Ausschuss für Wohnen und Stadtteilentwicklung beschließen:

1. Die Bezirksverwaltung wird gebeten, auf die Sprinkenhof AG bzw. die Finanzbehörde einzuwirken, einen Abbruch der Häuser Spaldingstraße 1 und 1b ohne sofort folgenden Neubau auf dem Grundstück zu unterlassen.

2. Da offenbar eine Nutzung der Häuser möglich ist, wird die Sprinkenhof AG gebeten, den Initiativen und Künstlern aus dem Quartier, die dies wollen, eine befristete Zwischennutzung der für das Winternotprogramm nicht genutzten Räume zu ermöglichen. Ebenso könnte auch eine längerfristige Nutzung für die Unterbringung von Obdachlosen geprüft werden, wenn die Räumlichkeiten schon für das Winternotprogramm ertüchtigt wurden.

3. Dem WS-Ausschuss soll spätestens im März 2012 über den Stand der Bemühungen berichtet werden.