12. Dezember 2016

Drogenkonsumraum mit medizinischer Versorgung auf St. Pauli

Antrag öffentlich

Fraktion DIE LINKE

Drucksachen–Nr.: 21-2798

Datum: 12.12.2016

Beratungsfolge

Gremium 

Datum

Öffentlich

Bezirksversammlung Hamburg-Mitte

15.12.2016

 

Drogenkonsumraum mit medizinischer Versorgung auf St. Pauli

 

Sachverhalt:

Vor drei Jahren hat sich aus einer Stadtteilvollversammlung aus St. Pauli eine Drogen-AG gegründet.

Anlass war das Gefühl von Anwohnerinnen und Anwohnern, dass die Situation der Drogenszene im Stadtteil neue Formen angenommen hat, die auch als weitere Belastung für den Stadtteil empfunden wurden.

Vor allem ein deutlich verstärkter Konsum von illegalen Substanzen in Hausfluren und Eingängen, etc. Aber auch der Eindruck, dass die Konsumierenden sich in einem so schlechtem gesundheitlichen Zustand befinden, wie schon lange nicht mehr.

Seit dem ist schon Vieles passiert. Vieles geschieht im Hintergrund. Sichtbar ist der Spritzentausch neben dem Kundenzentrum St. Pauli des Bezirksamtes MITTE in der Simon v. Utrecht-Str. an jedem Samstag. Gemeinsam mit dem Verein Ragazza e.V., einer Drogenhilfeeinrichtung für Sexarbeiterinnen in St. Georg, wurde dieses Projekt gestartet.

Im 1. Jahr wurde das Projekt aus Preisgeldern fina ziert, die Ragazza für ihr Gesundheitsprojekt erhalten hatte.

Aufgrund der hohen Akzeptanz und Annahme des Spritzentausches (“gebraucht gegen neu“) hat auch die Gesundheitsbehörde reagiert und hat den Spritzentausch in die Regelfinanzierung übernommen.

Für die BewohnerInnen auf St. Pauli bedeutete dies einen Rückgang von gebrauchten Bestecken in Hausfluren und auf Spielplätzen etc., die gesundheitliche Gefahren sein können, z. b. Ansteckung mit Hepatitis.

Leider wurde ein Spritzenautomat mit Abwurf für gebrauchte Bestecke, der vom Bürgerverein St. Pauli und der Gesundheits-AG St. Pauli unterstützt wurde, von der Gesundheitsbehörde ohne Angaben von Gründen abgelehnt. Der Drogenhilfeträger, „Freiraum“ will sich aber weiter darum kümmern und stünde für eine Betreuung des Automaten zur Verfügung.

St. Pauli braucht wieder einen eigenen Drogenkonsumraum mit einem medizinischem Angebot. Der Konsumraum in Altona ist einfach zu weit entfernt von den Nutzern, die sich auf St. Pauli bewegen und dort ihren Lebensmittelpunkt haben.

Auf St. Pauli werden die Hausflure, Büsche, Spielplätze etc. verunreinigt, mit allen oben erwähnten Gefahren. Denn so wie es jetzt ist, geht es nicht weiter.


Petitum/Beschluss:

Dies vorausgeschickt möge die Bezirksversammlung beschließen:

Der Bezirksamtsleiter möge sich bei den zuständigen Stellen für einen Drogenkonsumraum mit medizinischer Versorgung auf St. Pauli einsetzen.