20. Januar 2010

Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen in Hamburg-Mitte

Wir fragen die Verwaltung:

1. Wie viel Flüchtlinge mit Duldungsstatus leben zurzeit im Bezirk Hamburg-Mitte?

2. In welchen Stadtteilen leben wie viele des genannten Personenkreises?

3. Welche Nationen sind wo wie stark vertreten?

4. Seit wann leben diese Menschen durchschnittlich in Hamburg-Mitte?

5. Wo sind sie untergebracht?

6. Wie viele Menschen leben in Mietwohnungen, den stadteigenen Wohnungen von “Fördern und Wohnen“, Hotels, Pensionen usw.?

Zu 1. bis 6.:

Die Fragen können nicht beantwortet werden, weil die Ausländerabteilung Hamburg-Mitte keine Statistiken über Flüchtlinge führt und die Flüchtlinge mit Duldungsstatus zentral vom Einwohnerzentralamt der Behörde für Inneres ausländerrechtlich betreut werden.

 

7. Von welchen Organisationen und in welchen Stadtteilen werden die Unterbringungs-möglichkeiten in welcher Art angeboten?

Im Bezirk Hamburg-Mitte bestehen folgende Unterbringungsmöglichkeiten:

Wohnunterkunft (WUK) Helmut-Hübner-Haus, Hütten, Stadtteil Neustadt, Betreiber fördern & wohnen

WUK Billbrookdeich/Billstieg, Stadtteil Billbrook, Betreiber fördern & wohnen

WUK Spliedtring, Stadtteil Billstedt, Betreiber fördern & wohnen

WUK Mattkamp, Stadtteil Billstedt, Betreiber fördern & wohnen

WUK Hinrichsenstraße, Stadtteil Borgfelde, Betreiber fördern & wohnen

WUK An der Hafenbahn, Stadtteil Veddel, Betreiber fördern & wohnen

Haus Jona, Stadtteil Altstadt, Betreiber Stadtmission

Notübernachtungsstätte Pik-As, Stadtteil Neustadt, Betreiber fördern & wohnen

Notübernachtungsstätte für Frauen Hinrichsenstraße, Stadtteil Borgfelde, Betreiber fördern & wohnen

 

8. Wie hoch sind die Unterbringungskosten monatlich pro Person?

Die Unterbringungskosten im Haus Jona betragen 20 € je Nacht. Weitere Kenntnisse liegen dem Bezirksamt nicht vor und wären ggf. bei der zuständigen Fachbehörde (Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz) zu erfragen.

 

9. Wurde bei der Unterbringung darauf geachtet, Großfamilien nicht allzu weit entfernt voneinander unterzubringen?

Ja.

Auch Obdachlose Menschen müssen - besonders in der kalten Jahreszeit – untergebracht werden.


10. Wie hoch ist die Zahl der als obdachlos bekannten Menschen im Bezirk Hamburg-Mitte?

Eine Statistik wird im Fachbereich Einwohnerwesen für den Bezirk Hamburg-Mitte nicht geführt. Melde- und ausweisrechtlich wird das Fachamt hamburgweit und nur bei Bedarf für Personen ohne festen Wohnsitz tätig. Diese Personen sind aber nicht zwingend obdachlos.

Dem Fachamt Grundsicherung und Soziales liegen hierüber ebenfalls keine Erkenntnisse vor. Die Zahl wäre ggf. bei der zuständigen Fachbehörde (Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz) zu erfragen.

 

11. Müssen Menschen abgewiesen werden, die ihre Wohnung auf Grund einer Räumungs-klage verloren haben, weil zurzeit keine ausreichenden Unterbringungsmöglichkeiten für längerfristiges Wohnen vorhanden sind?

Nein.

 

12. Wie viel Obdachlose nutzen die für sie geschaffenen nächtlichen Unterbringungsmöglich-keiten im Jahresdurchschnitt pro Nacht?

Hierüber liegen dem Bezirksamt keine Erkenntnisse vor, sie wären ggf. bei der zuständigen Fachbehörde (Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz) zu erfragen.

 

13. Wie viele zusätzliche Übernachtungen erwartet die Verwaltung bis zum Frühling?

Hierüber liegen dem Bezirksamt keine Erkenntnisse vor, sie wären ggf. bei der zuständigen Fachbehörde (Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz) zu erfragen.

 

14. Ist das Übernachtungsangebot in ausreichendem Maß vorhanden?

Aus Sicht der Fachstelle für Wohnungsnotfälle stehen nicht ausreichend Plätze zur Verfügung.

 

15. Wenn ja, wo werden wie viel Schlafplätze zur Verfügung gestellt?

Entfällt, siehe Antwort zu 14.

 

16. Sind das alles Einrichtungen vom Sozialamt?

Entfällt, siehe Antwort zu 14.

 

17. Wenn nein, welche Organisation stellt wie viele Betten zur Verfügung?

100 Plätze in der Wohnunterkunft Sportallee, 15 Plätze (auch mit Haustier/Hund) im Pik As, 65 Plätze in den Kirchengemeinden sowie weitere Plätze in der Einrichtung Frauenzimmer (Anzahl unbekannt). Betreiber der Notübernachtungsstätten ist fördern & wohnen. Weitere Angaben zu Betreibern liegen nicht vor und sind ggf. bei der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz zu erfragen.

 

18. In welchen Stadtteilen finden Obdachlose diese Einrichtungen?

Winternotprogramm und Wohnunterkünfte sind auf die Bezirke verteilt, die Einrichtung Frauenzimmer liegt im Stadtteil Borgfelde, das Pik As in der Neustadt, die Wohnunterkunft Sportallee im Stadtteil Groß Borstel. Weitere Angaben zur Lage der Einrichtungen sind ggf. bei der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz zu erfragen.

 

19. Ist die ärztliche Versorgung „vor Ort“ gesichert?

Es existiert ein Krankenmobil der Caritas mit einem wochentags festem Tourenplan, welches regelmäßig vor großen Einrichtungen hält. Weitere Informationen sind ggf. bei der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz zu erfragen.

 

20. Wenn nein, müssen die obdachlosen Menschen dann weitere Strecken zur Ärztin, zum Arzt zurücklegen?

Es wird auf die Antwort zu 19. verwiesen.