5. Januar 2015

Bezirksamtsleiter Andy Grote am 9. Dezember 2014 im "Deutschlandradio Kultur" zum Thema der Schließung von Karstadt-Billstedt

Kleine Anfrage nach § 24 BezVG

Fraktion DIE LINKE                                                                     

Drucksachen–Nr.: 21-0631

Datum: 05.01.2015

Beratungsfolge

Gremium                                                                                                    

Datum

 

Antwort: Bezirksamtsleiter Andy Grote am 9. Dezember 2014 im "Deutschlandradio Kultur" zum Thema der Schließung von Karstadt-Billstedt

Fragesteller: Maureen Schwalke und Tilman Rosenau


Der Bezirksamtsleiter hat am 9. Dezember dem „Deutschlandradio Kultur“ ein Interview zum Thema der
Schließung von Karstadt-Billstedt gegeben. Herr Grote erwähnte in dem Interview, dass er Gespräche mit möglichen Investoren geführt hat.


Vor diesem Hintergrund fragen wir das Bezirksamt:

1. Worauf beruht der Eindruck des Bezirksamtsleiters, dass Karstadt-Billstedt nicht zu retten ist?

Auf dem Inhalt der geführten Gespräche.


2. Ist dem Bezirksamtsleiter bekannt, dass die Erfahrungen gezeigt haben, dass es bei anderen Standortschließungen zu Folgeschließungen kleiner Geschäfte gekommen ist?

Dem Bezirksamtsleiter sind keine allgemein gültigen, pauschal übertragbaren Erfahrungen der
beschriebenen Art bekannt. Aus Sicht des Bezirksamtes ist vielmehr entscheidend, ob es auf der
betreffenden Fläche zu einer Nachnutzung kommt und welcher Art diese Nachnutzung ist.


3. In dem Interview sprach Herr Grote von Investitionen, die die Angebotsqualität im
Einkaufszentrum verbessern würden. Wer soll diese Investitionen tätigen? Welche
Verbesserungen für die Nutzer des Einkaufszentrums sind konkret geplant?

Nach Auskunft des Grundeigentümers plant dieser eine umfassende Revitalisierung der bisherigen
Karstadtfläche. Es sind erhebliche Investitionen in die Funktionalität und Attraktivität der Fläche geplant.
Ziel ist es, anschließend durch derzeit in sehr konkreten Verhandlungen befindliche Neuvermietungen
eine erheblich gesteigerte Kundenfrequenz und darüber hinaus auch eine erhebliche gesteigerte Zahl an
Arbeitsplätzen zu erzeugen. Dies würde zu einer Belebung des Billstedt Centers insgesamt erheblich
beitragen.


4. Mit welchem Investor hat der Bezirksamtsleiter Gespräche geführt? Werden diese Gespräche fortgesetzt und wann wird die Kommunalpolitik darüber informiert?

Das Gespräch wurde mit dem Grundeigentümer der Karstadt Flächen geführt. Die Gespräche sollen im
Januar 2015 fortgesetzt werden. Die Kommunalpolitik wurde über den Sachstand in der Sitzung der
Bezirksversammlung vom 18.12.2014 durch den Bezirksamtsleiter unterrichtet und wird fortlaufend weiter informiert werden.


5. Wer ist der Ankermieter für die Hauptfläche der jetzigen Karstadt-Filiale, von der der
Bezirksamtsleiter im Interview sprach?

Der zukünftige Ankermieter wird vom Vermieter zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genannt.


6. Gibt es Bemühungen seitens des Bezirksamtsleiters, auf eine Weiterbeschäftigung der von der geplanten Schließung betroffenen MitarbeiterInnen hinzuwirken?

Dieser Gesichtspunkt ist von der Beschlusslage der Bezirksversammlung nicht umfasst. Nach hiesigem
Kenntnisstand ist in der Karstadt Filiale nur noch eine geringe Zahl festangestellte Mitarbeiterinnen /
Mitarbeiter tätig. Welche Beschäftigungsperspektive für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
im Gesamtunternehmen Karstadt ab dem 01.07.2015 besteht, ist hier nicht bekannt.


7. Wer sind die kleineren Nachmieter, von denen Herr Grote in dem Interview sprach? Haben die Anwohner des Einzugsgebietes des Einkaufszentrums die Möglichkeit, sich mit eigenen
Vorstellungen über die künftige Nutzung zu beteiligen?

Die kleineren Nachmieter wurden zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls nicht genannt. Es ist davon
auszugehen, dass sich Mietinteressenten für kleinere Gewerbeflächen auch jetzt noch an den Vermieter
wenden können.


8. Wird bei den Investorenverhandlungen darauf Rücksicht genommen, dass es eine ablehnende Haltung vieler Billstedter gegen eine weitere „Billigkette“ – wie z. B. Primark – gibt?

Das Bezirksamt verhandelt derzeit nicht mit dem Grundeigentümer über die Auswahl seiner Mieter, zumal auch noch keine konkreten Mieter genannt wurden. Bei der Auswahl der Mieter wird generell sorgfältig darauf zu achten sein, dass deren Angebot der örtlichen Nachfrage deutlich besser entspricht als dies bei dem Mieter Karstadt der Fall ist. Die zukünftigen Geschäfte werden nur dann Erfolg haben, wenn sie von einer wesentlich höheren Zahl von Billstedterinnen / Billstedtern als attraktives Angebot wahrgenommen werden als dies bei Karstadt der Fall war.