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1. Oktober 2008

Drucksache19/ 145/08: Betr.: Kapernaumkirche in Hamburg-Horn

Kleine Anfrage der Abgeordneten Sandra Clemens, Marcus Donath (DIE LINKE.),  und Fraktion vom 20.08.2008 und Antwort

Betr.: Kapernaumkirche in Hamburg-Horn


Die in der Sievekingsallee 191 gelegene ev.-luth. Kapernaumkirche in Hamburg-Horn ist zwischen 1958 und 1961 unter Leitung des Architekten Dr. Otto Kindt entstanden. Seit 1998 gilt sie als „schützwürdiges Denkmal“ und ist daher in das vom Denkmalschutzamt geführte „Verzeichnis der erkannten Denkmäler“ aufgenommen worden. Anfang 2005 wurde das Kirchengebäude wie auch das umliegende Gelände von der Kirchenverwaltung verkauft. Geplant war die Nutzung des Kirchengebäudes als Kindertagesheim, auf dem Terrain sollte eine Senioreneinrichtung errichtet werden. Doch das Kirchengebäude steht bis heute leer und ist dem Verfall preisgegeben; einige Regenablaufrinnen sind schon vor längerem abmontiert und gestohlen worden, so dass das Wasser leichter in die Mauer eindringen kann; einige Fenster sind eingeworfen worden und laden damit – wie auch der unansehnliche Gesamtzustand des brach liegenden Areals – zu ungewollten Nutzungen, wenn nicht gar weiteren Zerstörungen ein; zur Rennbahnstraße hin klafft eine Baugrube.
Wir fragen die Bezirksverwaltung:

1.    In welcher Weise waren die zuständigen Behörden in den vergangenen Jahren an der Planung für die Neubebauung des betreffenden Geländes zwischen der Rennbahnstraße und der Sievekingsallee beteiligt?

2.    Warum hat sich seit dem Verkauf des Grundstücks samt Gebäuden bis auf den Abriss von ehemals gemeindlichen Einrichtungen nichts getan? Gibt es ein Bebauungsplanverfahren?
Wenn nein, wie sind die aktuellen baurechtlichen Festlegungen für dieses Grundstück?

Mit dem Vorbescheidsantrag vom 28.09.2004 sollte die Genehmigungsfähigkeit von 5-geschossigen Gebäuden als Altenpflege- und betreute Wohneinrichtung auf dem Grundstück der Kapernaum-Gemeinde beurteilt werden. Am 30.08.2005 wurde ein entsprechender Vorbescheid erteilt.

Ein weiterer Vorbescheidsantrag für den Neubau eines Altenpflegeheimes, aufbauend auf den vorgenannten Bescheid, wurde am 29.11.2007 gestellt. Dieser Vorbescheid wurde am 30.01.2008 erteilt.

Der Bauantrag vom 29.04.2008 beinhaltet nun den Neubau eines Altenpflegeheimes für 138 Pflegeplätze. Das Verfahren läuft derzeit noch, eine endgültige Baugenehmigung wurde aufgrund der noch andauernden Prüfung bisher nicht erteilt. Das Vorhaben ist jedoch grundsätzlich genehmigungsfähig.

3.    Welche Erkenntnisse liegen den behördlichen Stellen vor, in welcher Form und in welchem Umfang das Gelände und das Kirchengebäude in den vergangenen Jahren zweckentfremdet bzw. geschädigt wurde? Wer kommt für den entstandenen Schaden auf?

4.    Was hat das Denkmalschutzamt in den vergangenen Jahren getan, um das von ihr selbst als schutzwürdig eingestufte Ensemble zu erhalten bzw. zu sichern? In welcher Weise, in welcher Zeit und mit welchem Ergebnis wurde gegebenenfalls der neue Eigentümer dazu verpflichtet, die notwendigen Sicherungsmaßnahmen beschleunigt vorzunehmen?

5.    Was wurde konkret für die Sicherung des schutzwürdigen Kirchengebäudes getan, um die abmontierten Regenabflussrinnen und die eingeschlagenen Fenster zu ersetzen?

6.    Wie lange gedenken die Behörden noch zuzusehen, dass das schutzwürdige Kirchengebäude weiter verfällt und das gesamte Gelände einen höchst nachteiligen, negativen Eindruck macht? Sind dem Eigentümer aktuell irgendwelche Fristen gesetzt? Hat sich die Bezirksverwaltung selbst etwaige Termine vorgenommen?

7.    Gibt es Ideen oder Pläne dafür, zumindest einen Teil des zur Zeit brach liegenden Geländes einer sozialen und kulturellen Nutzung zuzuführen, die für die Bevölkerung in der näheren Umgebung und den Stadtteil Horn von Vorteil wäre?


Zu 1. und 3.-7. meldet das Bezirksamt Fehlanzeige.