„Weil Du arm bist, musst Du draußen bleiben“ …

Logo der igs, von Abholzung ist keine Rede.

… dies gilt für ein Fünftel der Bewohnerinnen und Bewohner von Hamburg Mitte, die die im Jahre 2013 beginnende Internationale Gartenschau (igs) im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg wohl nur von Ferne sehen werden. Ihnen wird der Besuch nicht verweigert, sie werden sich „nur“ die sehr teuren Eintrittskarten für die „Superschau“ nicht leisten können. Am 20.6.2011, also rund eineinhalb Jahre vor derSchau, wurden die Eintrittspreise unter Beteiligung der SPD-Senatorin Jutta Blankau festgelegt. Und die haben es in sich. Denn der normale Eintrittspreis beträgt 21,00 Euro, ermäßigt 17,00 Euro.

Mit diesen Preisen wird die ohnehin bestehende soziale Spaltung der in Hamburg lebenden Bevölkerung weiter vertieft, weil große Teile von ihr diese Tickets nicht bezahlen können. Rund ein Fünftel der in Hamburg-Mitte lebenden Bevölkerung ist von Hartz IV betroffen. Dazu kommen zahlreiche junge Erwerbslose unter 25 ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld II sowie Rentnerinnen und Rentner, die Grundsicherung beziehen. Selbst diejenigen, die nicht erwerbslos sind, werden hinsichtlich der Eintrittspreise Probleme haben, da das Einkommen in Mitte deutlich unter dem Hamburger Durchschnitt liegt.

Deshalb hat die Fraktion DIE LINKE einen Antrag in die Bezirksversammlung eingereicht, in dem sie den Senat auffordert, die Preisstruktur der igs der sozialen Struktur der in Hamburg-Mitte lebenden Menschen anzupassen. Wir forderten zudem, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der Elbinsel grundsätzlich kostenfreien Eintritt zur igs bekommen, schließlich hat gerade Wilhelmsburg erhebliche Grünflächen für die „grüne“ Superschau eingebüßt. Zumindest sollte nach unserer Meinung der Preis der ermäßigten Tageskarte auf fünf Euro herabgesetzt werden und die Feierabendkarte schon ab 16 Uhr gelten.

Dieser Antrag wurde durch eine Allparteienkoalition aus SPD, CDU, GAL und FDP abgelehnt. Damit werden Menschen, die es sich nicht leisten können, von der IGS ferngehalten. Und das ist ein Skandal.

Dagegen fordern wir, dass alle Menschen in Hamburg unabhängig von ihrem sozialen Status an den Kultur- und Freizeitveranstaltungen teilnehmen können.


Olaf Harms (DKP), Mitglied der Bezirksfraktion DIE LINKE