Streit um Kleingärten beigelegt: Die Internationale Gartenschau (igs) findet trotz „Bauverstößen“ statt!

Da bleiben die Gartenzwerge glücklich, Wilkens Gartenlaube muss der igs nicht weichen Foto: Ronald Wilken

Die Wilhelmsburger Kleingärtnerinnen und Kleingärtner können sich freuen: Sie müssen ihre Gartenlauben nun doch nicht zurückbauen.


DIE LINKE brachte im September 2011 einen Antrag in die Bezirksversammlung ein. Letztere sollte beschließen, dass der Senat den geforderten Rückbau der Gartenlauben durch das Fachamt für Bauprüfung zurücknehmen und auf die Kompromissvorschläge der „Interessengemeinschaft gegen den Rückbau“ eingehen solle. Unser Antrag, wie sollte es auch anders sein, wurde von den anderen Fraktionen abgelehnt.

Nachdem dann sowohl die Presse als auch das Fernsehen über die Forderung des Fachamtes ausführlich berichtet hatten, siehe da, wurden die Gespräche, die im Juni von der Behörde abgebrochen worden waren, wieder aufgenommen. Einen Gang vor das Verwaltungsgericht wollte das Bezirksamt wohl nicht riskieren. Unter Leitung des ehemaligen Bezirksamtsleiters Markus Schreiber führten die Gespräche mit der Klagegemeinschaft doch noch zu einem Kompromiss.

Diese Klagegemeinschaft (IGR) der KleingärtnerInnen kann nun einen Erfolg vorweisen. Einen Rückbau auf die geforderten 24 Quadratmeter, wie ihn das Fachamt für Bauprüfung wegen der im Jahr 2013 stattfindenden igs forderte, wird es nicht geben. Stattdessen können die Gartenlauben bis zum Jahr 2016 eine Größe von 40 Quadratmetern haben. Für die Zeit nach 2016 hat man sich auf einen für die KleingärtnerInnen annehmbaren Kompromiss geeinigt.

Nicht zuletzt der „Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg“ und dessen erster Vorsitzender Ingo Kleist (SPD) sowie der Geschäftsführer Dirk Sielmann (SPD), gleichzeitig Vorsitzender der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, dürften über diesen Kompromiss nicht erfreut sein, da sie vehement die KleingärtnerInnen zum Rückbau aufgefordert hatten. Eigentlich hätte der Vorstand die Interessen der KleingärtnerInnen vertreten müssen, diese zahlen schließlich einen Mitgliedsbeitrag, doch er ist anscheinend nur, wie viele andere, der Befehlsempfänger der igs. Alles, was die igs will, soll ohne Rücksicht auf die Belange der BürgerInnen umgesetzt werden. Im Fall der KleingärtnerInnen hat es nicht geklappt und das ist gut so. Hier bewahrheitet sich wieder einmal das Lieblingszitat unserer Genossin Christine Wolfram, Mitglied im Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel und Vertreterin im Vorstand der Klagegemeinschaft: „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren.“


Ronald Wilken, Kleingärtner, für DIE LINKE zugewählter Bürger im City-Ausschuss