St. Georg 45 – eine Allianz für’s Leben?

So wollen wir den Vertrag für Hamburg nicht umsetzen

Erstmal müssen alle Bäume verschwinden, um die Tiefgarage realisieren zu können. Foto: Webseite des Bezirksamts


Die Allianz-Versicherung möchte ein ihr seit 50 Jahren gehörendes Grundstück in St. Georg endlich profitabler gestalten und lässt sich dafür von der Bezirksverwaltung Hamburg Mitte einen „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ entwickeln, genannt St. Georg 45.

Auf dem Grundstück zwischen An der Alster und Koppel stehen – anders als im geltenden Baurecht vorgesehen, wo von (dreigeschossigen) Wohnhäusern die Rede ist – zwei Bürogebäude. Nun soll An der Alster ein deutlich größeres, „modernes“ Bürogebäude entstehen, dafür an der Koppel ein sechsgeschossiges Wohnhaus. Damit der Profit stimmt, müssen das aber natürlich Eigentumswohnungen der oberen Preiskategorie werden. Und damit alle Büroangestellten (in fünf Minuten Entfernung vom Hauptbahnhof!) mit dem Auto zur Arbeit kommen können, muss eine zweigeschossige Tiefgarage unter dem gesamten Grundstück gebaut werden, wofür leider, leider alle Bäume bis auf einen gefällt werden müssen.

DIE LINKE hat im Stadtplanungsausschuss die Einleitung dieses Verfahrens von vornherein abgelehnt. Alle anderen Parteien haben sich auf leise Kritik am Vorhaben beschränkt und zugestimmt. Kritische Stimmen aus der örtlichen SPD wurden inzwischen zum Verstummen gebracht, die Grünen kämpfen für den einen Baum … Jetzt arbeitet man sich an ästhetischen Details ab, ohne weiter auf dem geltenden Baurecht (Wohnen!) zu bestehen.

Es gibt über 180 Einwendungen gegen den Bebauungsplan. Zum Glück regt sich sachlich-fachlich fundierter Widerstand im Stadtteilbeirat und umzu. Wir werden diesen überall unterstützen, wo wir noch Gelegenheit haben.

Bernhard Stietz-Leipnitz, Mitglied im Stadtplanungsausschuss