Schimmelwohnungen in Wilhelmsburg: erste Erfolge

Die GAGFAH-Mieter in Wilhelmsburg haben massive Probleme in ihren Wohnungen Foto: Arnd Hemken-Rechlin


In einer früheren Ausgabe der Mittlinks haben wir von Schimmelbefall in Wilhelmsburger Wohnungen berichtet (Mittlinks 1/11: „Wohnst du noch, oder schimmelt es bei dir schon?“).


Seitdem ist DIE LINKE vor Ort weiter tätig gewesen und konnte erste Erfolge erzielen. Ich habe wiederholt Frau Dr. Ruf vom Gesundheitsamt und Herrn M. Kerl, Abschnittsleiter Wohnraumschutz im Bezirksamt Hamburg-Mitte, über die Zustände in diesen Wohnungen informiert und aufgefordert, aktiv zu werden. Auf einen Brief vom 15. Februar 2012 an Herrn Kerl bekam ich am 23. Februar die Mitteilung, dass es Wohnungsbesichtigungen gegeben habe. Zum Teil wird in den Antworten leider immer wieder an einem sogenannten Mitverschulden der Mieterinnen und Mieter am Schimmelbefall festgehalten. Bei einer privat vermieteten Wohnung wurde neulich eine Durchfeuchtung des Mauerwerks festgestellt. Der bei der Wohnungsbesichtigung anwesende Vermieter wurde aufgefordert, den Schimmelbefall zu entfernen und die Mauerstelle nach Abtrocknung neu zu verputzen. Diese Maßnahme wird, so die Verwaltung, „nach einer angemessenen Frist“ überprüft. Eine andere Wohnung gehört der Grundstücksgesellschaft „Nordelbe“. In dieser Wohnung wurde zwar keine Durchfeuchtung festgestellt, aber die Vermieterin hat Abhilfe zugesagt, um den Schimmelbefall zu entfernen. Das werde ich bei Gelegenheit nachprüfen. Zurzeit bin ich im Konflikt mit dem Bauverein Reiherstieg. Hier wird der Schimmel mit Spray und weißer Wandfarbe „saniert“. Eine Freundin der Mieterin dieser Wohnung wohnt privat, und ihre vier Wände werde ich mir in den nächsten Tagen anschauen, da auch sie von Schimmelflecken berichtet.


Es gibt Schätzungen, denen zufolge mindestens 15 Prozent aller Wohnungen deutschlandweit ein Schimmelproblem aufweisen. Andere Aussagen gehen auf 20 Prozent. Da ist jede gründlich sanierte Wohnung ein Ort, an dem die Mieter und ihre Familien nicht krank werden, und deshalb lohnt sich jeder Brief, den ich zum Beispiel an Herrn Kerl schreibe.


Manfred Schubert, für DIE LINKE zugewählter Bürger im Regionalausschuss Wilhelmsburg