»Horner Freiheit« – Zukunft ungewiss?

DIE LINKE beim Stadtteilrundgang Am Gojenboom, wo eigentlich schon das Stadtteilhaus stehen sollte. Foto: Michael Joho

Freude kommt wahrlich nicht auf, wenn sich die eigenen Unkenrufe wieder einmal bewahrheiten. In diesem Fall sind nämlich erneut die Horner Bürgerinnen und Bürger die Gelackmeierten, die schon seit vielen Jahren auf ein neues Zentrum in ihrem Stadtteil warten.

Bis diese ”Horner Freiheit”, wie sie per Wettbewerb getauft wurde, auf dem Gojenboom Gestalt annimmt, werden sich die zukünftigen Mieter noch gedulden müssen – und auch die genaue Ausführung selbst ist unklar.

Auf dem Horner Stadtteilfest im Sommer 2012 wurde bereits ein gegenüber den ursprünglichen Planungen deutlich verkleinertes Modell präsentiert. Am 6. November enthüllte dann ein SPD-Antrag, was sich inzwischen ereignet hatte. So war noch im Sommer 2011 die innige Verbundenheit des Investors, Andreas Feldhahn, Geschäftsführer der gallodux GmbH, mit dem Stadtteil vor den BürgerInnen herausgestellt worden. Mit eben diesem Investor sollte das Haus in einer Public Private Partnership realisiert werden – nicht zuletzt um Herrn Feldhahns Altersversorgung zu erwirtschaften. Das warf schon damals Fragen auf, wie überhaupt die ganze Konstruktion des PPP-Modells, für das ein städtisches Grundstück in private Hände gekommen wäre, ohne dass die langfristige Zukunft des Stadtteilhauses damit garantiert wurde. Inzwischen ist der hochgelobte Investor jedoch abgesprungen: Bundeszuschüsse für mehrere der im Haus als Mieter vorgesehenen Einrichtungen wurden verringert, der Plan musste verkleinert werden, und so ließ sich das Projekt nicht mehr ”geldbringend” für den Privatinvestor realisieren: Somit machte dieser von seiner ”Freiheit” Gebrauch, sich davon zu verabschieden.

Dass nun im SPD-Antrag betont wird, es sei ”der originäre Auftrag von Stadtplanung und Politik, über lange Zeiträume vorausschauend zu planen und Nutzungen zu sichern, während ein privater Investor im Eigeninteresse für einen kürzeren Zeitraum rechnet und plant”, spiegelt immerhin einen gewissen Lernprozess wider. Dem dort ebenfalls formulierten Auftrag, „… zu prüfen, ob und inwieweit das Bezirksamt Hamburg-Mitte als Bauherr … die Realisierung des Stadtteilhauses übernehmen kann”, konnten wir uns als LINKE gerne anschließen.

Allerdings muss nun darauf gedrängt werden, dass angesichts der Finanzklemme der Hansestadt und insbesondere der Bezirkshaushalte nicht neue Hürden aufgeworfen werden und dass keine Sachzwänge im Zusammenhang mit dem immer noch in vielen kommunalpolitischen Köpfen herum spukenden zig Millionen schweren Projekt der Kombirennbahn konstruiert werden. Hier zeigt sich ganz konkret, welche fatalen Folgen die Finanznot der Kommunen für die Infrastruktur der einkommensschwächeren Stadtteile hat: Ein Verschiebebahnhof für Investorenversprechen ist jedenfalls das letzte, was die Hornerinnen und Horner brauchen.


Marion Fisch, zugewählte Bürgerin im Regionalausschuss Horn, Hamm, Borgfelde, Rothenburgsort