Die UFi: Lang ersehnt, heiß erfleht …

Da ist sie nun endlich, die Umgehungsstraße für Finkenwerder, am 12.12.12 prominent für den Verkehr freigegeben.

Und ja, der Verkehr hat im Ort deutlich abgenommen. Besonders die ersten drei Wochen, vor allem während der Feier- und Urlaubstage, waren gefühlte auto-freie Sonntage. Aber als dann die Schule und der Arbeitsalltag für die Pendler wieder begannen, wurde es morgens, abends und bei Schichtwechsel doch wieder lebhafter.

Ärgerlich ist außerdem, dass der Schwerlastverkehr weiterhin auf der alten Deichstraße durch den Ort fährt. Denn die Straße und die Brückenbauwerke auf der UFi sind für den Schwerlastverkehr noch nicht freigegeben. Auch andere Lkws nutzen aus Gewohnheit noch die alte Strecke. An der Umgehungsstraße selbst, sie heißt jetzt offiziell „An der Alten Süderelbe“, sind noch Restarbeiten zu erledigen. Die Schutzwand an der Straße zu den Naturschutzgebieten an der Alten Süderelbe weist noch Lücken auf. Scheinwerferlicht „blitzt“ über die Schutzgebiete. Und obwohl Durchgänge für Nieder- und Rehwild unter die Straße verlegt sind, haben sich besonders die Rehe während der dreijährigen Bauzeit angewöhnt das Wildwechselgebiet „oben rum“, also über die Straße zu queren. Das gefährdet den Verkehr und die Tiere.

Aber auch im Ort selbst ist noch einiges zu tun. Die Polizei muss dafür sorgen, dass die Lkws den Weg über die Umgehungsstraße nehmen, und der Durchgangsverkehr muss mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen, wie Tempolimits, Straßenmöblierung und mit anderen Ampelschaltungen für Autos, unattraktiver werden. Während der Bürgeranhörung wurde sogar die Einrichtung eines „Shared Space“ gefordert. Erst wenn solche Maßnahmen greifen, wird sich zeigen, ob die UFi nachhaltig den Ort entlastet.

Oder ob die alte Weisheit noch gilt, dass mehr Straßen nur zu mehr Verkehr führen.


Helmke Kaufner, DIE LINKE. Finkenwerder