Flakbunker auf dem Heiligengeistfeld an der Feldstraße

 

Eigentlich wollten wir einen Artikel zum Bunkeraufbau St. Pauli für diese Ausgabe schreiben. Als wir unseren Antrag, den wir in die Bezirksversammlungssitzung vom 23. Juni einreichten, nochmal gelesen haben, entschieden wir uns um. Dieser stellt nämlich alles dar. Die „Regierungsmehrheit“ von SPD und Grünen hat ihn einstimmig abgelehnt. Die inhaltliche Arbeit hat unsere zugewählte Bürgerin im Cityausschuss, Theresa Jakob, geleistet.

 

Antrag öffentlich

Fraktion DIE LINKE

Drucksachen–Nr.: 21-2367

Datum: 22.06.2016

Beratungsfolge

Gremium 

Datum

Öffentlich

Öffentlich

Bezirksversammlung Hamburg-Mitte

Bezirksversammlung Hamburg-Mitte

23.06.2016

05.07.2016

 

Flakbunker auf dem Heiligengeistfeld an der Feldstraße

Sachverhalt:

Der Flakbunker wurde 1942/43 von über 1.000 Zwangsarbeitern innerhalb von 300 Tagen errichtet. Dieses letzte Mahnmal seiner Art gegen Krieg und Verfolgung muss in seinem Zweckcharakter erhalten werden. Wir stimmen dem Denkmalrat zu, der im Hamburger Abendblatt vom14.6.2016 wie folgt zitiert wird: „… das Projekt einer Aufstockung und Begrünung würde den Mahnmalcharakter des Denkmals nicht nur beeinträchtigen, sondern vollkommen unkenntlich machen.“


Der Investor plant auf fünf Etagen (7.500 qm Bruttogeschossfläche) u.a. ein Viersterne Hotel mit ca. 150 Zimmern, sowie die Errichtung einer Eventhalle für über 2.000 Besucher. Allein die Eventhalle wird das Wohnquartier mit über 100.000 Besuchern im Jahr zusätzlich belasten.


Diesen Plan des Investors als „Geschenk“ für die AnwohnerInnen zu verkaufen ist ein schlechter Witz. Eine Grünanlage in dieser Höhe (58 Meter) ist so winzig, dass von einem Park keine Rede sein kann. Die Begrünung des Bunkers war von Anfang an ein „Werbegag“.


Petitum/Beschluss:

Dies vorausgeschickt möge die Bezirksversammlung beschließen:

  1. Der Bunker soll in seiner jetzigen Form als Denk- und Mahnmal erhalten bleiben.

  2. Das geplante Gewerbebauprojekt, wie auch jegliche zukünftige Aufstockung, wird abgelehnt.

  3. Der Bezirksamtsleiter setzt sich bei der zuständigen Fachbehörde dafür ein, dass eine
    Gedenkstätte eingerichtet wird und dass eine Gedenktafel vor dem Bunker aufgestellt wird.