Wohnst Du noch oder schimmelt’s bei dir schon?

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Wohnen südlich der Elbe

Im Frühjahr diesen Jahres sind zahlreiche Mieterinnen und Mieter der Gagfah- Wohnungen im Wilhelmsburger Bahnhofsviertel für schimmelfreie Wohnungen auf die Straße gegangen. Das Wohnungsbauunternehmen Gagfah kommt seit Längerem seinen Instandhaltungspflichten in den ehemaligen Eisenbahnerwohnungen nicht nach, was dazu führt, dass die Wohnungen mehr und mehr verfallen. Das Problem kam auch in der Bezirksversammlung Hamburg Mitte auf die Tagesordnung. Die SPD hatte einen Antrag eingebracht, in dem sie die Gagfah zum Handeln auffordern wollte. Wir haben diesen Antrag grundsätzlich begrüßt. Er ging uns aber nicht weit genug: Wir wollten den Passus in den Antrag einfügen, dass das Bezirksamt konsequent das Wohnraumschutzgesetz anwenden möge. Dies lehnten die übrigen Fraktionen mehrheitlich ab. Wird das Gesetz bis zur letzten Konsequenz angewandt, drohen Ordnungsgelder von 50.000 Euro pro Verstoß, wenn der Eigentümer seinen Pflichten nicht nachkommt. Da das Wohnraumschutzgesetz nun doch keine Erwähnung im Antrag fand, hat die Gagfah keine Konsequenzen zu befürchten, wenn sie ihre Wilhelmsburger Wohnungen weiterhin verschimmeln lässt.
Bisher von der Politik unbeachtet, kämpfen auch Mieterinnen und Mieter eines anderen Wohnungsunternehmens gegen Schimmel in ihren Wohnungen. Ein ähnliches Problembild zeichnet sich nämlich auch bei der Nordelbe ab. Das Unternehmen beschäftigt eigene Hausmeister, deren Aufgabenbereiche genau definiert sind. Unter anderem gehört die Reparatur von undichten Abwasserrohren dazu. Wenn undichte Wasserleitungen nicht repariert werden, kommt es leicht zu Schimmelbildung. Sind zudem noch Fenster undicht, kann sich schwarzer Schimmel bilden. Ein solcher Befall ist nur durch eine fachgerechte Behandlung wieder zu beseitigen. Das ist zeit- und kostenintensiv, aber wegen der sehr hohen Gesundheitsgefahr unausweichlich.

Im Namen der Linken Wilhelmsburg/Veddel habe ich einen Brief an die Nordelbe geschrieben, in dem ich auf den schwarzen Schimmel in einer Wohnung in der Harburger Chaussee hinwies. Nun ist mir von einer zweiten Wohnung in der Harburger Chaussee berichtet worden. Auch hier hat sich der schwarze Schimmel breit gemacht. DIE LINKE wird auch für diese Wohnung eine umgehende fachgerechte Sanierung oder eine Ersatzwohnung einfordern. In einem Antwortschreiben teilte die Nordelbe mit, dass der genannte Hausmeister nicht zuständig sei. Wie der Mieter der betreffenden Wohnung uns inzwischen mitteilte, hat die Nordelbe jemanden in die Wohnung geschickt, der den Pilz mit einem Spray behandelt und die Stelle übergestrichen hat. Ob dies ausreicht? Wir baten die Nordelbe um Stellungnahme, ob sie Proben des Pilzes entnommen und ihn spezifiziert habe. Wenn er nicht fachgerecht entfernt wurde, kann der Schimmelbefall wieder auftreten. Eine Antwort steht noch aus.


DIE LINKE fordert weiterhin, dass Hamburg das Wohnraumschutzgesetz konsequent anwendet und Immobilienunternehmen im Härtefall verklagt, wenn diese ihren Sanierungs- und Unterhaltungspflichten nicht nachkommen.


Manfred Schubert, Sprecher der LINKEN im RA Wilhelmsburg/Veddel