Rauchende Köpfe wegen ein paar Glimmstängeln

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Verbote und moralische Empörung, mehr fällt der SPD in Mitte nicht ein, wenn sie hört, dass einige Menschen auf Spielplätzen rauchen und das eine oder andere Bier trinken.


Zur Bezirksversammlung am 16.6.2011 lag ein Antrag der SPD-Fraktion vor, der ein Rauch- und Alkoholverbot auf Spielplätzen forderte, verbunden mit der Bitte an den Bezirksamtsleiter Markus Schreiber, die gesetzlichen Möglichkeiten für dieses Verbot zu überprüfen. Markus Schreiber soll außerdem veranlassen, dass zukünftig Verbotsschilder die Eingänge der Spielplätze zieren. Zur Zielgruppe für das Verbot zählen zum Beispiel Eltern, die tagsüber ihren Kindern beim Spielen zuschauen und dabei rauchen. Sicherlich treffen sich befreundete Mamas, die zum Geburtstag mit einem Glas Prosecco anstoßen. Nicht zu vergessen die Opas, die pfeiferauchend ihre Enkel beim Indianerspielen beaufsichtigen. Und dann gibt es noch die Jugendlichen, die sich abends auf den Spielplätzen treffen, knutschen und sicherlich das eine oder
andere Bier trinken.


DIE LINKE hat geschlossen gegen dieses Verbot gestimmt, warum?


Abgesehen davon, dass schon in der Vergangenheit Generationen von Jugendlichen sich auf Spielplätzen getroffen haben, um unbeobachtet von Erwachsenen Verbotenes zu tun, können Verbotstafeln diese unkontrollierten Freiräume nicht verhindern.
Statt Verbotstafeln aufzustellen, sollte die Bezirkspolitk den Jugendlichen mehr Freizeitangebote und Treffpunkte zur Verfügung stellen. Auf dem Weg ins Erwachsenenleben brauchen Heranwachsende die Chance, eigene Erfahrungen zu machen und eigene Entscheidungen treffen zu lernen. Soziales Verhalten lernt man schließlich nicht durch Verbote, sondern durch gute Bindungen zu Bezugspersonen. Aber mit solchen komplizierten pädagogischen Themen will sich die SPD nicht auseinandersetzen. Da soll ein Verbotsschild hin und fertig. Das ist Schaufensterpolitik. Mehr nicht.


Was die rauchenden Eltern betrifft: Oft regeln die Eltern die Rauchproblematik untereinander und wenn wirklich jemand rauchen will oder ein Pfeifchen genießen möchte, natürlich im Abstand zu den spielenden Kindern, wer will das verbieten? Soll der unterbesetzte bezirkliche Ordnungsdienst nun auch dort Sheriff spielen? Für die Kippen sollten allerdings Aschenbecher aufgestellt werden. Die fehlen wirklich. Außerdem ist es für die Kinder wesentlich besser, wenn die rauchenden Eltern mit ihnen rausgehen, wäre ja nicht auszudenken, wenn die Eltern wegen eines Rauchverbotes nicht mehr mit ihren Kindern auf den Spielplatz gingen.


Hilfe!! Hilfe!! Wer verbietet den Katzen, in die Sandkisten zu pinkeln und zu kacken??


Christine Detamble-Voss, Abgeordnete aus St. Pauli